Teamwork unter einem guten Stern

In der Kestenholz Holding AG wird ein familiäres Teamwork gelebt. Die ganze Familie wirkt im Unternehmen mit, das von der Mercedes-Luxuslimousine über Oldtimer bis zum Mercedes-Lastwagen alles verkauft und repariert. Ein Teamwork, das seit 66 Jahren unter einem guten Stern steht.

Eingespielt

Teamwork aus dem Baselbiet

Zusammen Ideen entwickeln, gegenseitig Stärken nutzen und gemeinsam ein Ziel verfolgen. Mit dieser Formel spannen Menschen aus dem Baselbiet erfolgreich zusammen. Wir haben vier eingespielte Teams besucht, die dank gegenseitigem Vertrauen und kreativer Ideen gemeinsam weiterkommen.

Im geschichtsträchtigen Unternehmen Kestenholz sorgen drei Generationen zusammen für einen reibungslosen Betrieb und widmen sich ihrer grossen Leidenschaft: Schönen Autos. In der Jobfactory in Basel fliegen die Späne, wenn eine junge Frau auf Lehrstellensuche gemeinsam mit einem erfahrenen Schreiner eine ganze Küche zimmert. Auf dem Hof der Familie Rickenbacher züchten Vater und Sohn in einem umgebauten Kuhstall Fische und liefern diese fangfrisch ins benachbarte Restaurant «Rössli». Ein aussergewöhnliches Team haben wir auch in Waldenburg getroffen: Bei der Pflege der steilen Hänge macht dort ein Biobauer gemeinsame Sache mit einem Ziegenverleiher und dessen 19 «Pro Specie Rara»-Ziegen.

Eine vertrauenswürdige Partnerin sein, die eigenen Stärken einbringen und gemeinsam Lösungen finden sind auch Eigenschaften, die für die BLKB stehen. Wir bringen unsere Region weiter – das ist unser Leistungsauftrag.

11 Betriebe, 660 Mitarbeitende und 8000 verkaufte Autos pro Jahr in der Nordwestschweiz und Südbaden: Die Zahlen der Firma Kestenholz sind imposant. Da muss ein enormes Team dahinterstehen, ein Teamwork der Extraklasse, denkt man sich. Das tut es auch. Und doch ist Kestenholz eine familiäre Angelegenheit. Eine, die 1947 im Waldenburgertal ihren Anfang nahm.

Das Unternehmen, das heute von Stephan Kestenholz (62) geführt wird, ist in einer Scheune in Hölstein entstanden. Dessen Vater, Erwin Kestenholz, witterte vor 66 Jahren einen Trend und verkaufte den Fabrikherren im Tal schicke Fahrzeuge. Stephan Kestenholz‘ Mutter Anna (92) erinnert sich: «Nach dem Krieg war alles im Aufbau, die Direktoren und das Kader der Uhrenfirmen verlangten nach Autos.» Erwin Kestenholz wusste die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs zu nutzen und es entstand ein Geschäft, in das 1979 auch seine Söhne Peter und Stephan einstiegen. Während vieler Jahre führten diese gemeinsam die Firma, die sich seit zwanzig Jahren ausschliesslich der Marke Mercedes verschrieben hat. Seit sechs Jahren sind auch die Söhne Daniel und Thomas mit an Bord.

Verwaltungsratssitzung am Küchentisch

Ist Teamwork bei Kestenholz reine Familiensache? «Der Verwaltungsrat lag bei Kestenholz stets in Familienhand», sagt Peter Kestenholz, der vor zwei Jahren in Pension gegangen ist. Wichtige Entscheidungen wurden da nicht nur im Büro, sondern auch am Küchentisch diskutiert und Pro und Kontra auf den sonntäglichen Spaziergängen abgewogen. Zum Team gehören aber auch die Mitarbeitenden. «Sie sind unser wichtigstes Kapital», sagt Stephan Kestenholz, der heutige CEO der Kestenholz Holding AG, zu der auch das Classic Center in Birsfelden mit den eindrücklichen Oldtimern gehört. Mindestens einmal im Monat besucht er alle elf Betriebe und begrüsst jeden Mitarbeiter per Handschlag. «Grube rein, Grube raus», bedeute dies in der Werkstatt, «dann hab ich halt schwarze Hände», lacht er, der als gelernter Automechaniker sichtlich Freude hat, aus dem Büro rauszugehen und Werkstattluft zu atmen.

Ob aus Zufall oder durch die Gene: Auch die dritte Generation der Familie Kestenholz ist dem Auto zugetan. Peter Kestenholz‘ Sohn Daniel (36) leitet das Occasionscenter in Pratteln, während Stephan Kestenholz‘ Sohn Thomas (33) die drei Niederlassungen im Südbadischen unter sich hat. Dorthin hat das Unternehmen vor zwei Jahren expandiert und damit den richtigen Riecher bewiesen. «Gott sei Dank», sagt Grossmutter Anna und schlägt dankbar die Hände zusammen. Sie hat in der langen Automobilgeschichte ihrer Familie nämlich auch Zeiten erlebt, in denen sie nicht auf Rosen gebettet waren. «Mein Mann hat den Zahltag immer in einem gelben Umschlag mit nach Hause gebracht», erinnert sie sich an die frühen Jahre. «Dann kam der Teil für die Krankenkasse in einen Umschlag, der Hauszins in einen anderen, und am Ende blieben für jeden Tag zehn Franken.» Damit versorgte sie die fünfköpfige Familie – «mit Öpfel und Schnitz», lacht die sympathische Frau und blickt sichtlich zufrieden zu ihren Söhnen und Enkeln.

Auch in Zukunft in Familienhand

Unterdessen stehen die Enkel Daniel und Thomas Kestenholz in den Startboxen – um es im Auto-Jargon zu sagen – und werden das Unternehmen ab 2020 als Doppelspitze in die Zukunft führen. «Wir passen gut zusammen», sagt Daniel über seinen Cousin Thomas. «Er ist eher der Stratege und ich eher der kommunikative Typ» – eine Aufgabenteilung, wie sie schon bei ihren Vätern funktioniert hat. Obschon ihre gemeinsame Führungsspitze erst noch ihren Anfang nehmen wird, sind sie sich jetzt schon in einem einig: Im Kestenholz-Team soll die familiäre Atmosphäre weiterhin spürbar bleiben. Ihren Kunden wollen sie persönlich begegnen, dafür wenden sie schon heute viel Zeit auf. «Die Kunden sollen sehen, wer Kestenholz ist», schmunzelt Thomas, der mit der persönlichen Betreuung besonders bei der deutschen Kundschaft gute Erfahrungen gemacht hat.

Grossmutter Anna Kestenholz hat grosses Vertrauen in ihre Söhne und Enkel, dass sie das Unternehmen in guten Bahnen halten werden. Dennoch lässt sie es sich nicht nehmen, einmal pro Monat im Mercedes-Café in der Altstadt von Basel vorbeizuschauen, das von Stephans Frau Lilo Kestenholz und der gemeinsamen Tochter Michelle geführt wird. «Dort setze ich mich ein wenig zu den Leuten und frage auch mal die eine oder andere Kundin, ob sie gut bedient worden sei», schmunzelt die 92-Jährige. Wie sie von ihrem Wohnort im Oberbaselbiet jeweils in die Stadt gelangt? Am Steuer ihres Mercedes natürlich.