Automatisch einen Schritt voraus

Wer die Hallen von MT Robot in Zwingen betritt, wird sogleich in Empfang genommen und zum Büro der gewünschten Person geführt. Es läuft alles speditiv und in gewohnter Manier – und doch kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Hier empfängt einen kein Mensch, sondern ein Roboter. Es ist der sogenannte «UNITR», der leise auf einen zufährt, auf dessen «Kopf» man die gewünschte Person eintippt und der einem den Weg durch die Gänge weist.

Der «UNITR» ist das Herzstück der Firma MT Robot und der Multitalent-Roboter, den Firmengründer Andreas Drost in langjähriger Arbeit entwickelt hat. Im Rahmen einer Projektarbeit im Studiengang Maschinenbau an der Berufsakademie Lörrach baute er noch als Student einen sechsbeinigen Roboter. Dieser stiess auf grosses Interesse und gab Drost den Anstoss, sich intensiver mit dem Thema Robotik auseinanderzusetzen. Unermüdlich arbeitete er daran, den Roboter für die Industriebranche und für Transportsysteme nutzbar zu machen, und suchte nach Investoren und Partnern. Die Suche führte ihn schliesslich ins Baselbiet, denn hier stiess sein Innovationsgeist auf fruchtbaren Boden. «Ich war erfreut, wie stark gute Ideen hier wirken und wie sehr Innovation gefördert wird», sagt der 36-jährige Andreas Drost über den Wechsel von seiner südbadischen Heimat ins Laufental.

Original Baselbiet

Eine Vision haben, unternehmerisch handeln, gemeinsam stark und innovativ sein – und dabei die eigenen Wurzeln kennen. Diese Eigenschaften machen die Stärke des Baselbiets aus. Das ist original Baselbiet.

In fünf Porträts zeigen wir Baselbieterinnen und Baselbieter, die unsere Region mit besonderem Erfindergeist, innovativen Ideen und grossem Engagement weiterbringen.

Denn visionär sein, zusammenarbeiten und unternehmerisch und innovativ sein – das sind auch die Eigenschaften, für die die BLKB stehen. Wir wollen unsere Region weiterbringen – das ist unser Leistungsauftrag.

Heute ist der Multifunktions-Roboter ein etabliertes Produkt und kommt sowohl in der Spitalbranche wie auch in der Industrie zum Einsatz. In einem Basler Spital etwa fährt ein Roboter automatisch Getränke in die Stockwerke, bringt die leeren Harassen zum Auffüllen in den Keller und weicht sogar Menschen aus, die sich ihm in den Weg stellen. Er dockt selbständig an das Ladegerät an, wenn sein Akku leer ist, und setzt sich bei Bedarf selbst neue Werkzeuge auf. Der Grundbau des Roboters bleibt immer gleich, nur die Aufsätze variieren je nach Einsatzbereich. Deshalb ist der Roboter auch sehr vielseitig einsetzbar, Andreas Drost nennt ihn das «Schweizer Taschenmesser der Intralogistik».

Um mit seinem Produkt stets am Puls der Zeit zu sein, sucht Drost ständig nach neuen Absatzmöglichkeiten. Er bewegt sich in einer harten, schnelllebigen Branche, in der blitzgescheite Köpfe auf der ganzen Welt um neue Lösungen wetteifern. Drost und sein 15-köpfiges internationales Team müssen vorausahnen, welche Funktionen gefragt sein werden, und ihre Roboter mit diesen Fähigkeiten ausrüsten. In dieser Mission ist Andreas Drost viel auf Reisen, stellt seine Produkte international vor und ist vom Willen getrieben, die Innovation stets noch einen Tick weiter zu drehen. Er und sein Team arbeiten mit vollem Einsatz, und so kommt es schon vor, dass sie manchmal selbst um zwei Uhr nachts noch E-Mails versenden. «Zum Teil kommt wenig später sogar noch eine Antwort», beschreibt Andreas Drost die Arbeitshaltung in seinem Team. Dies sagt er mit einem Glühen in den Augen, das verrät, dass hinter diesem Geschäftsmann ein Erfindergeist steckt, der gar nicht anders kann, als sein Produkt in den Roboter-Olymp heben zu wollen.

Beim schier grenzenlosen Ausloten der Möglichkeiten will man bei MT Robot eine Grenze aber nicht überschreiten: die der Vermenschlichung des Roboters. Es entspricht klar der Firmenphilosophie, den Roboter in seiner Arbeit nicht zu nahe an den Menschen rankommen zu lassen und ihn im Charakter einer Maschine zu belassen. «Die Roboter sollen klar als Maschinen erkennbar sein», findet Drost. «So stellen sie für den Menschen weniger eine Bedrohung dar.» Mit seinen Erfindungen will er den Menschen nämlich nicht ersetzen, sondern ihm die Arbeit erleichtern. Gerade ältere Arbeitskräfte, die immer zahlreicher werden, können bei schweren körperlichen Arbeiten vom Einsatz eines Roboters profitieren und sich auf andere Arbeiten konzentrieren. Zudem kann die Automatisierung auch helfen, Arbeitsplätze zu sichern, die sonst ins Ausland ausgelagert würden.

Bei aller Automatisierung bleibt der Mensch für Drost aber unersetzbar: «Eine Situation einschätzen oder eine Strategie entwickeln kann beispielsweise einzig und allein der Mensch», ist Andreas Drost überzeugt. Er sieht es aber als natürliche und unaufhaltsame Entwicklung, dass Roboter in Zukunft mehr und mehr zum Alltag gehören werden. «Sinnvoll eingesetzt, kann Technik wirklich helfen, die Welt zu verbessern.» Wenn es nach Andreas Drost geht, mischt MT Robot dabei ganz vorne mit.

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