Die digitale Fitness sollten wir beibehalten

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Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Ausbildung der künftigen Bankkauffrauen und -männer? Fabian Henz, Leiter Berufliche Grundbildung BLKB, im Interview.

Welche neuen Herausforderungen ergaben sich aufgrund der COVID-19-Massnahmen?

Am Anfang waren die Auszubildenden noch in der Schule, obwohl unsere Bank schon weitgehend auf Homeoffice umgestellt hatte. Dann wurde ein Teil der Niederlassungen geschlossen, was die Einsatzplanung so ziemlich auf den Kopf gestellt hat. Die Betroffenen Auszubildenden konnten so ihre Agilität unter Beweis stellen, indem sie ihre Kolleginnen und Kollegen in den noch offenen Niederlassungen am Schalter oder in der Beratung unterstützten. War Homeoffice alternativ möglich, leisteten sie wichtigen Support von zu Hause aus.

Wie gelang die Umstellung vom Büro ins Homeoffice?

Als zukunftsorientierte Bank legen wir grossen Wert auf mobil flexibles und eigenverantwortliches Arbeiten. Bei uns wurden alle Mitarbeitenden bereits vor Corona mit Laptops und den nötigen Tools wie Skype for Business bestens ausgerüstet. Die Umstellung ins Homeoffice war für uns deshalb problemlos möglich. Ich habe meinen Lernenden empfohlen, sich zu Hause einen ruhigen Arbeitsort zu suchen, wo die nötige Diskretion eingehalten werden kann, was bedeutet, dass niemand auf ihren Bildschirm schauen kann. Denn Datenschutz und Bankgeheimnis gelten selbstverständlich auch im Homeoffice. Mir war es auch wichtig, dass die Lernenden in regelmässigem Austausch und Dialog mit ihren Praxisausbildern bleiben, um ihre Aufträge strukturiert zu planen und optimal erledigen zu können. Bei Unklarheiten oder wenn die Lernenden Unterstützung benötigten, war das Screen-Sharing äusserst effizient und hilfreich.

Welche Rückmeldungen hast du von den Auszubildenden erhalten?

In den Einzelgesprächen betonten die Lernenden, dass sie das Homeoffice als tolle Möglichkeit kennen und auch schätzen lernten. Was sie aber vermissten, waren die sozialen Kontakte in der Bank wie auch in der Schule.

A propos Schule – haben die Jugendlichen Lernstoff verpasst, der nun nachgeholt werden muss?

Online-Learning und digitaler Unterricht gehörten schon vor Corona zum täglichen Brot der Auszubildenden. Es war für sie also keine komplett neue Erfahrung. Unsere Auszubildenden sind mit dem CYP  vertraut und gewohnt, von zu Hause aus zu lernen. Worauf es beim Homeoffice ankommt, ist eine ausgeprägte Eigenverantwortung und Selbstinitiative. Aber auch darin sind unsere Auszubildenden bereits fit und versiert. Zu gegebenem Zeitpunkt werde ich einen Austausch mit dem Schulleiter suchen, um auch seine Erfahrungen der letzten Monate abzuholen.

Wirst du die Erfahrungen, die du jetzt sammelst, auch in den Normalbetrieb einfliessen lassen?

Was wir bereits öfter durchgeführt haben sind Verkaufstrainings, die digital sehr gut funktioniert haben. Auch die Auszubildenden empfanden es als ideal und sogar noch effizienter. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich auch zukünftig einzelne Schulungen digital durchführen werde, um die digitale Fitness beizubehalten.

Was möchtest du abschliessend noch sagen?

Ich bin stolz darauf, wie toll sich alle der neuen Situation angepasst und die notwendigen Massnahmen umgesetzt haben. So stellten wir keine Einbussen bei der Qualität der Ausbildung fest. Unsere Auszubildenden konnten ihre Arbeits- und Leistungssituation (ALS) durchführen, Kundengespräche üben und den Einsatz in den jeweiligen Abteilungen problemlos fortsetzen. Die Lernenden des 3. Lehrjahrs konnten ihr Können in der Gesprächsführung in einem internen Qualifikationsverfahren unter Beweis stellen. Und das sei schon vorweggenommen: Sie machten es grossartig.

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Fabian Henz
Leiter Berufliche Grundbildung bei BLKB
Fabian Henz ist Leiter der Beruflichen Grundbildung bei der BLKB. Er begleitet unseren Nachwuchs in die Bankenwelt und hat immer ein offenes Ohr für sie.

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