Der grosse Traum vom kleinen Raum

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Wie viel Platz braucht ein Mensch? Durchschnittlich gesehen teilt sich jede Schweizerin und jeder Schweizer einen Quadratkilometer unseres Landes mit 214 anderen Einwohnerinnen und Einwohnern.

Mit der Bevölkerungsdichte steigen die Wohnkosten. In der Schweiz ist das Wohnen mit einem Anteil von 21 % einer der grössten Budgetbestandteile. Besonders in den Ballungszentren ist Wohnraum über die letzten Jahre immer teurer geworden.

Als führende Wohnraumfinanziererin in der Region befasst sich die BLKB natürlich auch mit Entwicklungen, Trends und Themen im Bereich Wohnen. Zum Beispiel mit dem Trend «Tiny Houses». Handelt es sich dabei nur um einen Medienhype oder eröffnet sich mit den kleinen Häusern und Micro Apartments eine zukunftsorientierte Alternative zum immer knapper werdenden Wohnraum?

3 bis 4 Zimmer im Durchschnitt

Wie wohnen die Schweizerinnen und Schweizer heute? Etwa ein Drittel lebt in Einpersonenhaushalten. Gleichzeitig setzt sich über die Hälfte des Gesamtwohnungsbestandes in unserem Land aus Wohnungen mit drei oder vier Zimmern zusammen. Die durchschnittliche Wohnungsfläche betrug 2018 99 Quadratmeter. Dieser Wert ist seit der Jahrtausendwende relativ stabil. Dies hängt damit zusammen, dass 63 Prozent aller Wohnungen in der Schweiz vor 1981 gebaut wurden und diese im Schnitt eine Fläche von unter 100 Quadratmetern haben. Einen interessanten Überblick mit Grafiken zum Wohnen in der Schweiz gibt es bei Watson. Hier steht auch: Die kleinsten Wohnungen wurden in den 1960er-Jahren gebaut. Damals lag der Schnitt bei 83 Quadratmetern.

Weniger ist mehr

83 Quadratmeter – bei solchen Zahlen können Tiny-House-Besitzer nur lachen. Der Trend zum Wohnen auf wenig Raum stammt aus den USA, einem Land, das eine Bevölkerungsdichte von gerade mal 33 Einwohner pro Quadratkilometer aufweist. Tiny Houses stehen für ein neues Lebensgefühl; Ideen dazu liefert eine Bewegung, die seit Anfang des Jahrhunderts das Downsizing propagiert. Die kleinen, meist mobilen Ein-Raum-Häuser entsprechen dem Zeitgeist und modernem Lebensstil. Doch wie lautet die korrekte Definition eines Tiny House? Es gibt sie nicht. Weder existiert eine vorgegebene Obergrösse für die Klein-Häuser, noch ist abschliessend definiert, welcher Nutzung sie dienen. Auf Wikipedia wird die Tiny-House-Bewegung im Kontext des Downsizings, also des Gesundschrumpfens verortet. Während der Ursprung in erster Linie bei der Reduktion der Wohnkosten lag, stehen heute eher nachhaltige Gründe wie der bewusste Umgang mit den Ressourcen im Vordergrund.

Kleine Häuser in der Schweiz

Die Tiny-House-Bewegung findet auch hierzulande immer mehr Anhänger. Doch die rechtliche Situation ist nicht ganz einfach. Baurechtliche Einschränkungen und ökonomische Überlegungen stellen die grössten Herausforderungen für potenzielle Bauherren dar. Deshalb stehen eher kompakte Wohnungen, sogenannte Micro Apartments, im Fokus. «In der Schweiz entstehen über 1’000 Mini-Apartments», titelte der Blick im Juni 2019 einen Bericht über Projekte für möblierte Kleinstwohnungen in Zürich, Lausanne, Lugano und Bern.

Wohnen auf kleinstem Raum

Die Treppe zum Hochbett ist gleichzeitig das Bücherregal. Der Küchentisch wird hochgeklappt zum Schminkspiegel und ein Hocker ist gleichzeitig Aufbewahrung und Laptoptisch. Wer auf engstem Raum leben möchte, ohne dabei auf wichtige Funktionalitäten und Gemütlichkeit verzichten zu müssen, ist gefordert. Für Architekten, Inneneinrichter und Handwerker eröffnen Tiny Houses und Micro Apartments neue Themenfelder. Und wenn die Bauherren die Finanzierung nicht ganz aus eigenen Mitteln stemmen können, bringt ein solches Projekt auch neue Herausforderungen für die Banken als Finanzierungspartner.

Was morgen zählt

Was braucht es wirklich zum Leben? «Was ist das, was morgen zählt?», fragen sich angehende Tiny-House- und Micro-Apartment-Besitzer, wenn sie ihre Besitztümer Stück für Stück reduzieren. Die gleiche Frage stellt sich auch die BLKB. Hunderten von Kundinnen und Kunden verhelfen wir jedes Jahr zu ihrem persönlichen Wohntraum. Als zukunftsorientierte Bank will die BLKB ihre Verantwortung wahrnehmen und auch die Finanzierung von Tiny Houses und Micro Apartments ermöglichen. Deshalb begleiten wir die Entwicklung dieser neuen Wohnformen zukünftig aktiv, sammeln und bündeln das Wissen intern und bleiben Ansprechpartnerin der Wahl für alle Immobilienfinanzierungen.

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Pierre Kull
Mitarbeiter Produkt- & Prozessmanagement bei Basellandschaftliche Kantonalbank
Pierre Kull hat seinen Master of Business Administration abgeschlossen und arbeitet im Ressort Produktmanagement der BLKB. Er versorgt die Leserinnen und Leser regelmässig mit Beitragen zu aktuellen Themen und Entwicklungen im Bereich Finanzierungen.

2 Kommentare

    • BLKB Administrator

      Guten Tag
      Wir freuen uns, dass Sie Interesse haben. Derzeit haben wir noch keine Unterlagen zu Objekten, wenn Sie allerdings allgemeine Informationen zu Kleinstwohnformen suchen, finden Sie beispielsweise auf folgender Seite nähere Infos: https://kleinwohnformen.ch/

      Haben Sie allerdings schon eine konkrete Finanzierungsanfrage, können Sie sich gerne an einen Kundenberater der BLKB wenden. In unserem Kundencenter 061 925 94 94 vermittelt man Ihnen gerne einen Kontakt.

      Freundliche Grüsse
      BLKB

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