Berufliche Vorsorge in der Job-Pause

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Möchten Sie sich eine Auszeit von Ihrem Job nehmen oder denken Sie daran, Ihren Arbeitgeber zu wechseln? Vielleicht haben Sie auch Ihre Arbeitsstelle verloren? Dann müssen Sie das Vorsorgen fürs Alter in der 2. Säule nicht unbedingt unterbrechen: Es gibt Mittel und Wege, wie man trotz Unterbruch in der Erwerbstätigkeit weiter Altersguthaben ansparen oder zumindest die Risiken Tod und Invalidität absichern kann.

Thomas macht Pause

Thomas ist 29 Jahre alt und hat seit seiner Ausbildung als kaufmännischer Angestellter gearbeitet. Er möchte nun eine Job-Pause von einem Monat einlegen und seine Englisch-Kenntnisse mit einem Sprachaufenthalt in England vertiefen. „Ich werde sicher wieder etwas finden. Ich suche mir dann nach meiner Rückkehr in die Schweiz eine neue Herausforderung, die zu mir passt“, betont er optimistisch.

Im ersten Monat voll versichert

Thomas ist durch seinen ehemaligen Arbeitgeber noch bis zu einem Monat nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses gegen allfällige Risiken von Invalidität und Todesfall versichert. Auch für sein Vorsorgeguthaben ist gesorgt. Die Pensionskasse seines alten Arbeitgebers wird das bisher angesparte Kapital an die Vorsorgeeinrichtung seines neuen Arbeitgebers überweisen.

Von der Job-Pause zur Arbeitslosigkeit

Nach seinem Sprachaufenthalt ist es für Thomas nicht so einfach, einen neuen Job zu finden. Er meldet sich deshalb nach seiner Rückkehr bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) an. Da er seine Stelle freiwillig gekündigt hat, muss er neben den üblichen Wartetagen zusätzlich die sogenannten „Einstelltage“ abwarten, bevor er Leistungen der ALV beziehen kann. Er erhält anschliessend ein Taggeld als Ersatz für sein Einkommen. Übersteigt es 81.90 Franken pro Tag, ist er automatisch in der obligatorischen beruflichen Vorsorge von arbeitslosen Personen versichert.

Versichert gegen Tod und Invalidität

Dieser Vorsorgeschutz deckt die beiden Risiken Tod und Invalidität ab. Wird Thomas während seiner Arbeitslosigkeit schwer krank und kann keine Stelle mehr annehmen, erhält er neben einer Invalidenrente (aus der Eidgenössischen Invalidenversicherung) auch eine solche aus der beruflichen Vorsorge. Diese wiederum wird über die Arbeitslosenversicherung gedeckt. Im Todesfall würde seine Ehefrau eine Hinterlassenenrente erhalten. Das Altersguthaben von Thomas in der obligatorischen beruflichen Vorsorge würde hingegen nicht weiter erhöht.

Angespartes Kapital ist sicher

Auch wenn Thomas aktuell keine Stelle hat, ist sein Pensionsguthaben in der früheren Vorsorgeeinrichtung sicher. Solange er keinen neuen Arbeitgeber hat, kann er es auf ein Freizügigkeitskonto überweisen und es dort sicher „parkieren“. Je nach Anbieter des Freizügigkeitskontos gibt es auch hier Möglichkeiten, die Risiken Tod und Invalidität zusätzlich abzusichern.

Was tun gegen Vorsorgelücken?

Trotz Arbeitslosigkeit kann Thomas Lücken beim Alterssparen auf zwei Arten vermeiden:

  • Freiwillig Sparen:
    Während seiner Job-Pause kann er auf freiwilliger Basis weiter in die 2. Säule einzahlen, um so für das Alter zu sparen, und zwar unabhängig davon, ob er ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung bezieht. Hierzu steht die Stiftung Auffangeinrichtung BVG zur Verfügung. Diese Variante ist aber alles andere als günstig: Denn im Gegensatz zur  Pensionskasse eines Arbeitgebers, wo der Arbeitgeber immer mindestens die Hälfte der Beiträge zahlt, muss Thomas während seiner Arbeitslosigkeit für die Beiträge alleine aufkommen.
  • Freiwillige Einkäufe:
    Thomas kann die fehlenden Versicherungsjahre später einkaufen, falls es für ihn während seiner Job-Pause nicht möglich ist, die Gelder aufzubringen. Den Zeitpunkt dazu kann er frei wählen.
Bei einem Job-Unterbruch gibt es also viele Möglichkeiten, die berufliche Vorsorge weiterzuführen. Dies ist aber immer abhängig von der individuellen Situation. Es empfiehlt sich deshalb, rechtzeitig mit einer Fachperson Kontakt aufzunehmen.
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Remo Ponti on Linkedin
Remo Ponti
Unternehmensvorsorgeberater bei BLKB
Remo Ponti ist Sozialversicherungsfachmann und Kundenberater für berufliche Vorsorge. Im Team der BLKB-Unternehmensvorsorge betreut er Unternehmen in allen Fragen rund um die Pensionskasse. Seine Beträge auf BLKBlive befassen sich mit den Themen Berufliche Vorsorge und Soziale Sicherheit.

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