Lecker-Acker Bäumlihof – Mitten in Basel den grünen Daumen kultivieren

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In der Stadt leben und dennoch sein eigenes Fleckchen Land bewirtschaften – der Lecker-Acker Bäumlihof macht’s möglich. Zudem gibt es dort jede Menge praktische Tipps für Hobbygärtnerinnen und -gärtner. Und frisches Obst und Gemüse sowie Kräuter. Ich habe die Projektleiterin Michelle Gisler vor Ort besucht und mehr Hintergrundinfos in Erfahrung gebracht. Natürlich habe ich sie auch gefragt, was alles angepflanzt wird.

Ein prosperierendes Unterfangen

Im Mai 2017 haben Sun21 und Urban Agriculture Basel ihren Gemeinschaftsacker eröffnet. Bei diesem Sensibilisierungs- und Bildungsprojekt stand von Anfang an das Erlebnis im Vordergrund. Zugleich verfolgen die Initianten das Ziel, Wissen weiterzugeben. Wächst die Gurke im Boden, über der Erde oder gar an einem Busch? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein Rüebli gedeiht? Solche und ähnliche Fragen werden hier Tag für Tag beantwortet.

Das Gelände wird vom Bauer Thomas Kyburz, dem Pächter des Bäumlihof Guts, zur Verfügung gestellt. Michelle Gisler, ihres Zeichens freischaffende Biologin, hat sich bereiterklärt, das Projekt zu leiten. Gestartet wurde ursprünglich mit ein paar wenigen Parzellen. Dank dem Erfolg des von der Basellandschaftlichen Kantonalbank unterstützten Crowdfundings konnte in diesem Frühling unter anderem die zu bewirtschaftende Fläche auf 50 Parzellen à je 20 Quadratmeter erweitert werden. Diese werden einerseits von Einzelpersonen und Wohngemeinschaften, anderseits von Primar- und Sekundarschulen bestellt.

Diese Gemeinschaft trägt Früchte

Der Kompost, das Werkzeug, die Giesskannen – bei Lecker-Acker ist das Allgemeingut. Getreu dem Motto «Alle für einen, einer für alle» haben sich die Mitglieder innerhalb der zwei Jahre Projektlaufzeit in Arbeits- und Expertengruppen zusammengefunden. Diese Teams organisieren sich selbst und übernehmen in ihrem jeweiligen Bereich Aufgaben, deren Erledigung dem Kollektiv zu Gute kommt. So gibt es Verantwortliche fürs Rasenmähen, ein Setzling-Anzuchtteam, ein Kürbisfeldteam und eine Gruppe, welche sich unter der Leitung einer Lehrerin und Heilpflanzensprezialistin um die Pflege der Kräuter kümmert. Das Schöne ist nämlich, dass sich alle Mitglieder für den täglichen Gebrauch im Kräutergarten bedienen dürfen.

Setzlinge

Kräuter

Der Alltag der «Chefgärtnerin»

Michelles Tätigkeiten bei Lecker-Acker sind sehr vielseitig. Sie hält zweimal wöchentlich «Ackersprechstunden» ab und erteilt dabei zahlreiche Auskünfte. Ausserdem erstellt sie den monatlichen Newsletter, in welchem sie saisonale Empfehlungen abgibt: Was kann wann gesät und geerntet werden? Was gilt es momentan auf den Feldern besonders zu beachten? Sie informiert auch über organisatorische Neuerungen, pflegt die Homepage und beantwortet Anfragen. Und sie ist verantwortlich für die Vergabe der Parzellen, welche gemietet werden können. Zurzeit sind jedoch alle 50 davon besetzt. Bei Interesse rät Michelle dazu, sich auf die Warteliste setzen zu lassen.

Hier entsteht Vielfalt

Meldespinatarten

Eines der Ziele von Michelle ist es, die Diversität zu fördern und dabei unter anderem Bio- und Pro Specie Rara-Saatgut zu nutzen. Es erstaunt also kaum, dass die Wildobsthecke aus einem Dutzend heterogener Gattungen besteht. Im Tomatentunnel finden sich gar 72 unterschiedliche Sorten. Ebenso werden alte und spezielle Sorten angebaut, wie die Gartenmelde, auch spanischer Spinat genannt. In diesem konkreten Fall war die Gemeinschaft ausserordentlich erfolgreich: Der Baumspinat, der bis zu zweieinhalb Meter hoch werden kann, hat sich mittlerweile schon selbständig versamt.

 

Auf in eine blühende Zukunft!

Michelle erhofft sich, dass der Lecker-Acker vermehrt als Lernort genutzt wird. Deshalb möchte sie sowohl für die Mieter als auch für Externe Schulungen anbieten. Nach Themen gefragt, zählt sie spontan Kompost- und Beerenschnittkurse, Degustationen, Tomaten-, Saatgut oder Kräuteröl-Gewinnungskurse sowie Handfestes wie Salben herstellen und konservieren auf. Es ist ihr ein grosses Anliegen, die Öffentlichkeit einzubeziehen und für ihr Projekt zu begeistern. Die Grundstrukturen dafür konnten mit dem Kräutergarten, der Wildobsthecke und der Beerenhecke bereits geschaffen werden.

Michelle und der Gemeinschaft Lecker-Acker wünsche ich eine ertragreiche Ernte und gutes Gelingen bei der Umsetzung ihrer Vision. Ich jedenfalls bin inspiriert und plane, auf meinen Balkon neben den üblichen Küchenkräutern künftig auch Gemüse oder Beeren anzupflanzen.

Apfelbäumli Pflanzen

Artischocken

 

 

 

 

 

 

Baumspinat

Johannisbeerenbeet

 

 

 

 

 

 

 

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Karin Bjöörn
Marktetingspezialistin bei BLKB
Karin Bjöörn ist Marktetingspezialistin bei der BLKB. Auf BLKBlive gibt sie Einblicke in unsere Engagements.

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