Passiv anlegen mit Verantwortung.

0
5
3

ESG-Integration ermöglicht auch passiv nachhaltiges Anlegen.

Passives oder indexnahes Anlegen erfreut sich bei vielen institutionellen wie privaten Anlegern hoher Beliebtheit. Gleichzeitig wächst der Fokus auf mehr Nachhaltigkeit. Die gute Nachricht vorneweg: Die beiden Aspekte lassen sich vereinen.

Kosten als zentraler Faktor

Zu den wohl prominentesten Vertretern eines passiven Anlagestils gehört die Mehrzahl aller Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften. Ein immer wieder betonter Vorteil des passiven Anlagestils ist die relativ kostengünstige Umsetzung. Diese Kosteneinsparung kann über die Jahre einige Prozentpunkte ausmachen. Oftmals vergisst man aber, dass es dabei nicht ausschliesslich um die Kosten und die Rendite des Portfolios geht, sondern auch um die eingegangenen Risiken.

Nachhaltigkeit und Verantwortung

Nachhaltiges Anlegen wird seit einigen Jahren besonders intensiv diskutiert. In der Vergangenheit galt ein nachhaltiger Anlagestil zwingend als aktiver Anlagestil. Nachhaltige Investoren wählen ihre Titel nicht nur nach finanzanalytischen Einschätzungen aus, sondern berücksichtigen dabei auch die Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Während sich die klassische Finanzanalyse auf Bilanzkennzahlen und Gewinnausweise stützt, beurteilt die Nachhaltigkeitsanalyse im weiteren Sinne die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Der wohl bekannteste Ansatz ist die sogenannte ESG-Analyse. Hierbei werden die für ein Unternehmen wesentlichen Faktoren aus den Bereichen Umwelt (Environmental = E), Soziales (Social = S) und Unternehmensführung (Governance = G) analysiert, um beurteilen zu können, wie es mit Risiken und Chancen aus diesen Themenbereichen umgeht. Aktuelle Studien zeigen, dass nachhaltige Unternehmen oft deutlich geringeren Risiken ausgesetzt sind als andere. Nachhaltigkeit wird also immer mehr auch zu einem Risikoindikator.

Neue Wege für passive Investoren

Seit einigen Jahren zeigen auch passive Anleger ein wachsendes Interesse am Thema Nachhaltigkeit. Der Ende 2015 gegründete Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen bietet Schweizer institutionellen Investoren dabei eine erste Plattform. Gleichzeitig eröffnen sich bei den Anlageprodukten neue Perspektiven. So legen einzelne ETF-Anbieter ihren Produkten schon seit einiger Zeit auch ESG-Indizes zugrunde. Diese unterscheiden sich aber in ihrer Zusammensetzung oft zu stark von den bekannten und etablierten Aktienindizes wie dem SPI oder dem Dax und bieten passiven Anlegern ohne entsprechende Benchmark-Anpassung keine echte Alternative. Dabei gibt es heute bereits Anlagelösungen, die es ermöglichen, traditionelle Indizes bei gleichzeitiger Anwendung von Ausschlusskriterien und ESG-Integration sehr nah zu replizieren. Diese Lösungen managen dabei den Tracking Error (TE) und nutzen ESG auf einer quantitativen Basis für die Portfoliokonstruktion. Unter Berücksichtigung eines maximalen ex ante TE und der Integration von ESG-Scores wird das Portfolio optimiert, sodass die resultierenden Lösungen so nahe an den konventionellen Aktienindizes liegen, dass von einer eigentlichen passiven Anlagelösung gesprochen werden kann. Zu solchen innovativen Anlagelösungen gehört beispielsweise die Palette der «BLKB iQ Responsible Equity Fonds».

Alle Anleger können profitieren

Während in der Vergangenheit ein nachhaltiger Anlagestil zwingend aktiv umgesetzt werden musste, können heute aktive wie auch passive Investoren von den Vorteilen einer ESG-Integration profitieren. Die Diskussion muss künftig also nicht mehr zwischen «aktiv» oder «passiv» geführt werden, sondern zunehmend darüber, wie Anleger ihre Verantwortung wahrnehmen und Nachhaltigkeitskriterien in ihre Portfolios integrieren können.

5
3
Teilen.
Patrik A. Janovjak, CIO
Leiter Investment Center bei BLKB
Patrik A. Janovjak leitet seit 2012 das Investment Center der BLKB. Als CIO verantwortet er die nachhaltige Vermögensverwaltung und spezialisiert sich auf langfristige Anlagethemen mit Schwerpunkten im Bereich ESG.

Eine Antwort geben