Neue Steuerabzüge für Hausbesitzer bei der direkten Bundessteuer ab 1. Januar 2020

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Hausbesitzer aufgepasst! Im nächsten Jahr ändert die Liegenschaftskostenverordnung des Bundes und damit entsteht die Möglichkeit, energiesparende Investitionen, verteilt über bis zu drei Steuerperioden, abzuziehen. Das ist dann möglich, wenn die Investitionen in einem Jahr zu einem negativen Reineinkommen führen.

Energiesparende Investitionskosten

Energiesparende Investitionskosten können bereits heute als Liegenschaftsunterhaltskosten abgezogen werden. Aber nur in der Steuerperiode, in der sie anfallen (Rechnungsdatum massgebend). Neu können diese Kosten auf die zwei nachfolgenden Steuerperioden übertragen werden.

Beispiel:

Jahr 2020 Betrag Kommentar
Unselbständiges Erwerbseinkommen CHF 60’000
Eigenmietwert CHF 14’000
Energiesparende Investitionen CHF 50’000 übertragbare Kosten
Sonstiger Liegenschaftsunterhalt CHF 30’000
Berufsauslagen CHF 10’000
Schuldzinsen CHF 10’000
Versicherungsabzug CHF 2’500
Reineinkommen CHF -28’500 Übertrag auf das Jahr 2021
Kinderabzug CHF 6’500
Steuerbares Einkommen CHF -35’000

Insgesamt können im Jahr 2020 energiesparende Investitionskosten in der Höhe von CHF 21’500 mit dem Reineinkommen verrechnet werden. CHF 28’500 werden auf das nächstfolgende Steuerjahr (2021) übertragen. Sofern im Jahr 2021 wieder ein negatives Reineinkommen resultiert, wäre ein letztmaliger Übertrag auf das Jahr 2022 möglich. Sozialabzüge werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Abzugsfähige Rückbaukosten im Hinblick auf einen Ersatzneubau

Entstehen Kosten für den Abbruch eines Gebäudes in Zusammenhang mit einem Ersatzneubau, können diese derzeit von Privatpersonen steuerlich nicht abgezogen werden. Dies ändert nun auch mit der neuen Liegenschaftskostenverordnung. Unter gewissen Voraussetzungen lassen sich die Rückbaukosen analog der energiesparenden Investitionskosten auf die zwei nachfolgenden Steuerperioden übertragen.

Durch die neue Liegenschaftskostenverordnung schafft der Gesetzgeber so Anreize, dass alte Gebäude abgerissen und an deren Stelle neue, energetisch bessere Gebäude erstellt werden.

Was ist abzugsfähig?

  • Der Abriss wie auch der Neubau wird von derselben steuerpflichtigen Person realisiert
  • Der Ersatzbau wird innert angemessener Frist auf demselben Grundstück erstellt
  • Gleichartige Nutzung der Gebäude

Diese Aufwendungen gelten als Rückbaukosten

  • Kosten für die Demontage von Installationen (z.B. Heizungsinstallationen oder sanitäre Anlagen)
  • Kosten für den Abbruch des vorbestehenden Gebäudes
  • Kosten für den Abtransport und die Entsorgung von Bauschutt

Diese Aufwendungen sind keine Rückbaukosten

  • Altlastensanierung des Bodens
  • Geländeverschiebungen
  • Zusätzliche Aushubarbeiten
  • Planierungsarbeiten

Bitte beachten Sie folgende wichtige Punkte

  • Lassen Sie sich bei umfangreichen Projekten beraten oder klären Sie diese vorgängig beim Steueramt ab. Insbesondere dann, wenn Sie mit Ihrem Vorhaben noch im 2019 starten.
  • Aktuell noch unklar ist, ob und in welchem Ausmass die Kantone die neue Bundesregelung übernehmen.
  • Entscheidet sich ein Kanton für die neuen Abzüge, ist er an die Regelung des Bundes gebunden.

Weitere Informationen:
Erläuterung zur Totalrevision der Verordnung über den Abzug der Kosten von Liegenschaften des Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer: https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/51608.pdf

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Mathias Mahrer
Leiter Abteilung Steuern bei BLKB
Mathias Mahrer leitet bei der BLKB die Abteilung Steuern. Er und sein Team beraten Kundinnen und Kunden in Steuerfragen. Hier schreibt er Artikel zu aktuellen Geschehen in der Steuerlandschaft.

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