Die Welt auf der Suche nach neuen Energiequellen

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Die Abkehr von fossilen Energieträgern

Der Wecker, der uns aus dem Land der Träume holt, die Kaffeemaschine, die uns beim Start in den Tag begleitet, das Smartphone, das uns auf den aktuellsten Stand der Dinge bringt und das Transportmittel unserer Wahl: Sie alle benötigen Energie. Unsere Gesellschaft baut auf einem sehr energieintensiven System auf, Tendenz steigend. Dies hat seinen Preis, denn der Energieverbrauch ist einer der Haupttreiber der Treibhausgase. Gemäss Schätzungen des Global Carbon Project sind die CO2-Emissionen 2018 nochmals deutlich angestiegen, vor allem, weil mehr Öl, Gas und Kohle verbrannt wurden.

Der Preis des hohen Energiekonsums

Gemäss dem aktuellen «Global Energy & CO2 Status Report» der Internationalen Energieagentur stieg der Energiekonsum 2018 weltweit um 2,3%, während die Fortschritte im Bereich Energieeffizienz die steigende Nachfrage nicht zu kompensieren vermochten. Als Folge des steigenden Energieverbrauchs erhöhten sich auch die globalen CO2-Emissionen im Zusammenhang mit Energie um 1,7% und erreichten mit 33,1 Gigatonnen ein neues Rekordniveau. Damit stellt sich weiterhin die Frage, wie die deutliche Senkung der Emissionen und damit das langfristige Ziel einer globalen Erwärmung von weniger als zwei Grad Celsius realisiert werden kann. Ein wichtiger Teil der Gleichung dürfte das sogenannte Carbon Pricing sein, also die Internalisierung der externen Kosten von CO2-Freisetzung.

Die wahren Kosten der CO2-Emissionen

Die Idee ist so genial wie simpel: ein Preismechanismus nach dem Verursacherprinzip, so dass die Kosten derjenige trägt, auf den sie zurückzuführen sind. Dies wird durch die Ausgabe von sogenannten CO2-Zertifikaten, z.B. bei grossen industriellen Emittenten, bewerkstelligt, deren Preis die Emission einer Tonne CO2 abgelten soll. Unternehmen, die mehr CO2 verursachen als sie Zertifikate besitzen, müssen nachkaufen. Nach einigen Startschwierigkeiten sind die Preise der europäischen CO2-Zertifikate im Verlauf von 2018 deutlich angestiegen und haben auch dieses Jahr bereits wieder neue Höchststände erklommen.

Cui Bono?

Was bedeutet dies nun für Unternehmen und deren Wertentwicklung? Unternehmen mit hohem Energieverbrauch sind durch die beschriebene Internalisierung deutlich stärker betroffen, entsprechend steigt die Nachfrage nach Technologien und Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz. Hiervon profitieren Unternehmen wie Schneider Electric, Legrand oder ABB, die mit ihren Produkten eine effizientere Energienutzung ermöglichen. Aber auch jenen Unternehmen, die bereits sehr energieeffizient sind oder netto sogar CO2 kompensieren wie beispielsweise die schwedische SCA, erwachsen so kompetitive Vorteile.

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Cyrill Marugg
Analyst bei BLKB
Cyrill Marugg ist Analyst im Investment Center der BLKB. Er ist zuständig für die Finanzanalyse unter Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien, das heisst die Beurteilung von Umwelt, Sozial- und Governancekriterien und die Erarbeitung von entsprechenden Anlagelösungen.

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