Ist Ihre Pensionskasse Teilzeit-tauglich?

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Herr und Frau Schweizer arbeiten heute immer öfter in einem Teilzeitpensum. Bei den Frauen sind es rund 60%, bei den Männern 18%. Jobsharing und Teilzeiterwerbstätigkeit sind heute anerkannt und oft Teil der Familienplanung und der Partnerschaft. Zudem gibt es heute auch immer mehr alleinerziehende Mütter und Väter, die Teilzeit arbeiten und permanent den Spagat zwischen Erwerbsleben und Kinderbetreuung machen.

Teilzeitarbeit hat Tücken

Wer in Teilzeit erwerbstätig ist, hat ein tieferes Einkommen. Diese Tatsache ist oft gewollt und wird durch andere Vorteile oder Möglichkeiten wie z.B. mehr Freizeit, Familienzeit oder Zeit für eine Weiterbildung kompensiert. Was oft zu wenig beachtet wird, sind die Auswirkungen der Teilzeitarbeit auf die eigene Altersvorsorge. Da diese erst mit einer Verzögerung von Jahren in Erscheinung treten, werden sie oft zu wenig beachtet. Doch welches sind eigentlich die Folgen einer Teilzeiterwerbstätigkeit?

Drei Stolpersteine bei Teilzeitarbeit

Nehmen wir das Beispiel von Frau Daniela Mustermann. Sie ist 35 Jahre alt und hat seit Anfang Jahr ihr Arbeitspensum auf 50% reduziert. Damit hat sich ihr Jahresgehalt von bisher 68’000 Franken auf 34’000 Franken vermindert. Welches sind nun die konkreten Auswirkungen auf ihre Altersvorsorge?

  1. Tiefere AHV-Rente: Aufgrund ihres tieferen Gehalts wird sie bei der AHV-Berechnung ein tieferes durchschnittliches Jahreseinkommen aufweisen und damit eine tiefere Rente erhalten.
  2. Tiefere Pensionskassenrente: Da Daniela Mustermann von ihrem tieferen Gehalt weniger Sparbeiträge für das Alter in die zweite Säule einzahlt, wird sie auch von dieser Seite eine tiefere Rente erhalten. Diese Situation kann sich noch verschlechtern, wenn ihre Pensionskasse den gesetzlichen Koordinationsabzug von aktuell 24’885 Franken anwendet. Ihr versichertes Gehalt würde dann bei einem Einkommen von 34’000 Franken nur noch 9’115 Franken betragen. Damit kann eine genügende Vorsorge fürs Alter nur schwer erreicht werden.
  3. Schlechtere Risikoleistungen: Sowohl bei der AHV als auch bei der Pensionskasse führt das tiefere Einkommen zu schlechteren Risikoleistungen bei Invalidität und Tod.

Auswirkungen der Teilzeitarbeit auf die Pensionskasse

Das Beispiel in der Tabelle zeigt, dass ein Teilzeitpensum in der beruflichen Vorsorge erhebliche Auswirkungen haben kann. Dabei spielt der sogenannte Koordinationsabzug eine wichtige Rolle. Wenn sich der Koordinationsabzug bei der Pensumsreduktion von Daniela Mustermann um 50% nicht analog anpasst, dann reduziert sich ihre Altersrente (ursprünglich CHF 21’226) um rund CHF 12’900 jährlich (61%). Bei einem flexiblen Koordinationsabzug reduziert sich ihre Altersrente um CHF 8’800 (41%), was deutlich weniger dramatisch ist.

 

Lösungen für Teilzeiterwerbstätige

Teilzeiterwerbstätigkeit fordert sowohl die Arbeitgeber wie auch die Angestellten:

Die Arbeitgeber stehen vor der Entscheidung, wie sie für Ihre Mitarbeitenden eine zeitgemässe Lösung für berufliche Vorsorge bereitstellen wollen. Der Trend zur Teilzeitarbeit ist ungebrochen. Es empfiehlt sich hier, die aktuelle Vorsorgelösung zu prüfen und allenfalls anzupassen. Denn die Pensionskasse wird immer mehr zu einem wichtigen Faktor bei der Rekrutierung von talentierten und stark umworbenen Nachwuchskräften. Mit einer fortschrittlichen beruflichen Vorsorge haben sie dabei gute Karten in der Hand.

Die Angestellten sollten auf jeden Fall ihre Pensionskassenlösung prüfen, wenn sie planen, das Arbeitspensum zu reduzieren. Sollte der Vorsorgeplan gemäss Gesetz lediglich einen fixen Koordinationsabzug enthalten, empfiehlt es sich, die private Vorsorge zu optimieren. Hier bietet vor allem die Säule 3a gute Möglichkeiten, Lücken in der Vorsorge zu schliessen. Einzahlungen sind bis zu CHF 6’826 pro Jahr möglich und steuerlich begünstigt.

Aus den dargestellten Gründen empfehlen wir das Gespräch mit den Spezialisten der beruflichen Vorsorge, um eine massgeschneiderte Lösung zu erarbeiten.

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Remo Ponti on Linkedin
Remo Ponti
Unternehmensvorsorgeberater bei BLKB
Remo Ponti ist Sozialversicherungsfachmann und Kundenberater für berufliche Vorsorge. Im Team der BLKB-Unternehmensvorsorge betreut er Unternehmen in allen Fragen rund um die Pensionskasse. Seine Beträge auf BLKBlive befassen sich mit den Themen Berufliche Vorsorge und Soziale Sicherheit.

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