Crowdfunding sei Dank – Der Spezialitätenmessen-Verein Authentica ist gerettet

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Es ging um alles oder nichts. Die Authentica, die Spezialitätenmesse für engagierte Kleinproduzenten und bewusste Konsumenten, stand vor dem Aus. Doch dank einem erfolgreichen Crowdfunding konnte das Schlimmste abgewendet werden. Wir haben die Projektleiterin Sarah Christ getroffen und mehr über das Projekt und dessen Neustart erfahren.

Zurück zum Handwerk

Der Verein Authentica Schweiz wurde im Jahr 2012 gegründet mit dem Zweck, unterschiedliche Veranstaltungen mit lokalen Erzeugnissen an speziellen Orten durchzuführen, wie zum Beispiel im leerstehenden Kapuzinerkloster in Solothurn. «Früher hatte hier jeder Mönch seine eigene Zuständigkeit, einer machte Schuhe, ein anderer hat Kräuter gepflanzt. Und genau diese Kreativität und diesen Enthusiasmus wollten die Initianten ins Kloster zurückbringen», erklärt Sarah, eine der treibenden Kräfte hinter der Authentica. Dass dieses Konzept einen Nerv trifft, bestätigte der grosse Besucherandrang. So kamen nach und nach noch weitere Orte dazu und das Projekt entwickelte sich weiter.

«Weder mir noch den Produzenten geht es primär ums Geld», sagt Sarah. «Jedoch müssen sie trotzdem leben können von dem, was sie herstellen.» Die Authentica unterstützt sie, indem sie ihnen eine Plattform gibt, bei der sie sich präsentieren, bekannt werden und nicht zuletzt auch verkaufen können. Damit leistet die Messe einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des traditionellen Handwerks.

Eine authentische Person für eine authentische Veranstaltung

Doch wie ist Sarah zur Authentica gekommen? Vor fünf Jahren hat sie ihren Master in nachhaltiger Entwicklung gemacht und sich dabei schwerpunktmässig mit Themen wie Konsum und Lebensstile auseinandergesetzt. Danach arbeitete sie in der Verwaltung der Markthalle Basel und kümmerte sich um Spezialmärkte, Käsefestivals, Bioweintage und vieles mehr. Sie hatte schon immer ein Flair für den verantwortungsvollen Genuss. Sie ist begeistert vom Handwerk und setzt sich für dessen Wertschätzung ein. Und sie möchte zeigen, wieviel Lebensqualität ein bewusster Konsum mit sich bringen kann.

Nachdem ein Kleinproduzent ihr erzählt hatte, worum es beim Verein Authentica geht, nahm sie sich vor, mit dessen Mitgliedern das Gespräch zu suchen. Gesagt, getan: Anlässlich einer Messe in Solothurn hat sie sich schliesslich bei diesen vorgestellt. Danach hat sie sich Stück für Stück immer mehr an der Organisation beteiligt. «Das Spannende an der Authentica ist für mich, dass die Besucherinnen und Besucher erfahren können, was hinter jedem einzelnen Produkt steht», meint Sarah. «Auch ich lerne dabei immer noch etwas dazu.»

Neustart dank Crowdfunding

Doch auch wenn Sarahs Start beim Verein als durchaus geglückt bezeichnet werden kann, kam dieser in den Folgejahren in eine Schieflage. So gab es unter anderem einige Personalwechsel. Leider konnten die offenen Stellen nicht immer optimal neu besetzt werden, was letztlich auch zu finanziellen Problemen führte. Eine sehr gut laufende Messe konnte nicht stattfinden, die Besucherzahlen schwankten und es gab keinen finanziellen Puffer, um dies abzufangen. Die Strukturen waren sehr aufwändig. Sarah und ihre Mitstreiter erkannten, dass es nun Zeit ist, aus Fehlern zu lernen. Und sie sind froh, dass sie die Chance dazu haben.

Aufgrund des gelungenen Crowdfundings kann die Authentica nun diverse strategische Änderungen vornehmen. Das heisst aber nicht, dass sie einfach mehr Mitarbeitende anstellen wird. Stattdessen will man die Vereinsstrukturen optimieren. Der erste Schritt dazu war, die kleine, nur für die Authentica geschaffene GmbH aufzulösen und eine andere Firma, die Zukunftsatelier AG mit Erfahrung im Führen von Vereinsgeschäftsstellen und Organisieren von Events, genau damit zu beauftragen. Dadurch richtet sich der Fokus wieder stärker auf den Verein und dessen Anliegen, und es fällt ein erheblicher Teil der bisherigen administrativen Arbeitsbelastung von Sarah weg. Das erlaubt ihr, sich wieder auf ihre Kernaufgabe, die Projektleitung und die Kommunikation, zu konzentrieren. Und zusammen mit ihrem neuem Team in der Zukunftsatelier AG sowie dem neuen vierköpfigen Vereinsvorstand die Zukunft der Authentica anzugehen. Das bedeutet in diesem Jahr, den Verein zu stärken und auszubauen, und zwei erfolgreiche Spezialitätenmessen durchzuführen.

Apropos Messen: Die nächsten Authentica-Ausgaben finden über Auffahrt, also am 30. Mai bis 2. Juni 2019, im Schloss Waldegg in der Gemeinde Feldbrunnen bei Solothurn und vom 4. bis 6. Oktober 2019 im Kapuzinerkloster in Appenzell statt. Vielleicht gehst ja auch du vorbei und verschaffst dir selbst einen Eindruck vom besonderen Ambiente – wir sind gespannt darauf, zu hören, wie es dir gefallen hat!

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Valerie Seitz
Social Media & Content Management bei BLKB
Valérie Seitz ist Online Content Managerin bei der BLKB. Sie ist am Puls der sozialen Netzwerke und hält den Blog mit aktuellen Einblicken auf dem Laufenden.

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