10 Fragen an eine Steuerberaterin

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Der 31. März steht bald vor der Tür: Hast du deine Steuererklärung schon ausgefüllt? Vermutlich nicht. Doch gerade für junge Erwachsene ist sie oftmals weniger kompliziert, als angenommen. Saskia Moser ist Steuerberaterin bei der BLKB und gibt uns im persönlichen Interview Tipps zur Steuererklärung.

1. Findest du die Steuererklärung für junge Leute zu kompliziert?

Nein, ich denke, die Steuererklärung ist machbar, besonders mit der Online-Software. Oftmals haben junge Erwachsene auch unkomplizierte Einkommensverhältnisse, die einfach zu deklarieren sind. Bei komplexeren Verhältnissen wie bei Erbschaften oder einem umfangreichen Wertschriftenverzeichnis kann das natürlich anders aussehen.

2. Was rätst du jemandem, der seine Steuererklärung das erste Mal ausfüllt?

Es gibt auf www.steuern-easy.ch mehrere Demoversionen, bei denen man sich mal durchklicken kann und spielerisch lernt, was zur Steuererklärung gehört. Ich rate jedem, übers Jahr hinweg alle Unterlagen zu sammeln und in einem Ordner abzulegen – so ist alles an einem Ort. Auch empfehle ich, das Ausfüllen nicht zu lange vor sich herzuschieben, sonst sitzt einem der Stress im Nacken.

3. Welche Unterlagen werden für das Ausfüllen benötigt?

Für die Mehrheit der jungen Erwachsenen sind es diese:

  • Lohnausweis
  • Zins- und Kapitalbescheinigung von Banken
  • Säule-3a-Bescheinigungen
  • Rechnungen und Bescheinigungen von Aus- und Weiterbildungen
  • Kostenzusammenstellung Krankenkasse (nicht versicherte Kosten müssen separat ausgewiesen werden, bspw. Zahnarztrechnungen)
  • Spendenbelege

4. Was ist der Unterschied zwischen Bundes- bzw. Staats- und Gemeindesteuern?

Die Staats- und Gemeindesteuer ist kantonal geregelt (d. h., jeder Kanton hat sein eigenes Gesetz). Die Steuer setzt sich aus einer Steuer auf dem Einkommen und einer Steuer auf dem Vermögen zusammen. Das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer ist ein für die ganze Schweiz geltendes Gesetz. Die Steuer wird nur auf dem Einkommen erhoben.

5. Ab wann lohnt es sich, die Steuererklärung von einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin ausfüllen zu lassen?

Bei komplexeren Verhältnissen wie oben bereits erwähnt. Weitere Beispiele sind bei Besitz von Immobilien oder bei interkantonalen / internationalen Sachverhalten (Einkommens- oder Vermögenswerte in anderen Kantonen oder im Ausland). Oder wenn man keine Lust hat, die Steuererklärung selbst auszufüllen. (lacht)

6. Welcher Fehler wird beim Deklarieren am häufigsten begangen?

Es gibt nicht den einen Fehler, aber was immer wieder vorkommt, ist, dass aus Unwissenheit Abzüge nicht geltend gemacht werden oder andere Angaben wie Nebeneinkünfte nicht deklariert werden. Insbesondere bei steuerlichen Abzugsmöglichkeiten kann die Steuerverwaltung natürlich nicht reagieren und allen hinterherrennen.
Mein Tipp: Alles deklarieren – auch bei Unsicherheit – und am Ende die Steuerveranlagung unbedingt prüfen!

7. Hast du einen Tipp für das Programm EasyTax?

Man sollte die Fragen in Ruhe lesen, die Wegleitung hinzuziehen und ggf. die telefonische Beratung des Herausgebers in Anspruch nehmen. Ich empfehle, das Online-Tool zu nutzen, da dort Pauschalabzüge und Weiteres direkt berücksichtigt werden – beim physischen Blatt muss man erst noch daran denken, was alles möglich ist.

8. Was hältst du von Geld unter der Matratze?

Da sehe ich als Steuerberaterin natürlich rot. Das Geld ist nicht versichert, der Weg des Geldes ist nicht nachvollziehbar und bei Versterben kann es allfälligen Erben einen Berg Arbeit und Rechtsklärung bescheren. Denn jede erhebliche Vermögensveränderung wird seitens der Steuerverwaltung geprüft.

9. Was tut ihr eigentlich, wenn keine Steuer-Hochsaison herrscht?

Wir sind viel mit Steuerverzeichnissen und allgemeinen steuerlichen Beratungen (Grundstückgewinnsteuer, Einsprachen etc.) beschäftigt. Es ist also nicht so, dass wir nur von Februar bis Juli arbeiten. (lacht) Gerade letztes Jahr gab es viele Selbstanzeigen, da diese bei Erfüllung gewisser Voraussetzungen noch straflos eingereicht werden konnten. Wenn plötzlich mehrere Millionen im Ausland nachversteuert werden müssen, ist das richtige Detektivarbeit.

10. Warum wurdest du Steuerberaterin?

Wegen meiner ersten Steuererklärung. (lacht) Nein, tatsächlich war es die Mischung aus Gesetz, Zahlen und der Beratung von Kunden, die den Beruf für mich interessant machen. Die gesetzlichen Unterschiede der Kantone sind immer wieder aufs Neue herausfordernd.

 

Nützliche Links:

Steuerabzüge für den Kanton Basel-Landschaft
Steuerrechner Basel-Landschaft
Säule 3a und Versteuerung

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Adelina Agnoli
Adelina Agnoli ist on- und offline Gestalterin in der Abteilung «Marketing & Channels» bei der BLKB. Im Blog erklärt sie komplexe Themen ganz einfach und hält uns mit Tipps und Tricks auf dem Laufenden.

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