Was ändert sich 2019 bei den Sozialversicherungskennzahlen?

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Mit dem Jahreswechsel änderten erstmals seit vier Jahren die Sozialversicherungskennzahlen in unserem Vorsorgesystem. Diese beschreiben die Beiträge an unser Sozialversicherungssystem und die entsprechenden Leistungen daraus. Für mindestens die nächsten zwei Jahre bleiben diese Zahlen nun gleich. Abhängig sind die Anpassungen von der Teuerung. Davon betroffen sind etliche Beitragszahlen und die daraus resultierenden Leistungen. Um einen groben Überblick zu erhalten, beschränke ich mich auf die wichtigsten Beiträge und Leistungen.

Neu gilt für die 1. Säule (AHV, IV, EO etc.):

Die meisten Beiträge, und somit auch Ihre Lohnabzüge, bleiben unverändert. Leicht höher fallen die AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige aus – dazu gehören unter anderen vorzeitig Pensionierte, bis zu deren Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters. Neu wird aufgrund ihres Vermögens und allfälligen Einkommens (z. B. Pensionskassenrente etc.) ein jährlicher Betrag zwischen 482 und 24’100 Franken fällig.
Ebenso erhöht wurden die AHV-Renten. Einzelpersonen erhalten pro Monat mindestens eine Rente von 1’185 Franken, maximal aber 2’370 Franken. Ehepaare erhalten eine monatliche Rente von maximal 3’555 Franken. Die Renten wurden somit pro Monat um 10 bis 30 Franken erhöht. Diese Erhöhung erhalten nicht nur angehende Rentnerinnen und Rentner, sondern auch jene Personen, welche bereits eine AHV- bzw. IV-Rente beziehen.

Änderungen bei der 2. Säule (Pensionskasse):

Die gesetzlichen Sparbeiträge an die Pensionskasse wurden nicht verändert. Um durch den Arbeitgeber bei einer Pensionskasse versichert zu werden, braucht es neu jährlich einen Bruttolohn von 21’330 Franken. Der maximal versicherte Lohn nach BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge) hat sich somit auf jährlich 60’435 Franken erhöht. Unverändert ist der Mindestzinssatz im Obligatorium. Dieser beträgt weiterhin 1 Prozent.
Wichtig zu wissen ist, dass ein Grossteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim jeweiligen Arbeitgeber nicht nur nach den gesetzlichen Mindestanforderungen versichert ist, sondern zusätzlich im Überobligatorium.

Kennzahlen 2019 der 3. Säule (Selbstvorsorge):

Die steuerlich privilegierte Selbstvorsorge der Säule 3a ist in der Schweiz weitverbreitet und wird von einem Grossteil der Erwerbstätigen aufgebaut. Erwerbstätige, welche einer Pensionskasse angeschlossen sind, können 2019 maximal 6’826 Franken (bisher 6’768 Franken) einzahlen. Erwerbstätige, welche keiner Pensionskasse angeschlossen sind (z. B. Selbständigewerbende mit einer Einzelfirma), können wie bisher 20 Prozent des Einkommens, aber maximal 34’128 Franken (bisher 33’840 Franken) in die Säule 3a einzahlen.
Diese Einzahlung ist pro erwerbstätige Person möglich und nicht auf einen Haushalt beschränkt. Sind also beide Ehepartner oder Konkubinatspartner erwerbstätig, so können beide je den gesetzlichen Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen.

Wie ergeben sich die jeweiligen Grenzbeträge?

Bestimmt haben Sie sich auch schon gefragt, wie diese Sozialversicherungskennzahlen entstehen. Besonders auch bei der Säule 3a. Wäre es nicht einfacher, eine gerade Zahl festzulegen?
Hergleitet werden die Beiträge, Leistungen und Kennwerte jeweils über die maximal möglich AHV-Rente für Einzelpersonen. Diese wiederum wird jedes zweite Jahr der Teuerung angepasst und vom Bundesrat festgelegt. Die restlichen Kennzahlen ergeben sich aus festen Werten (prozentual, Faktor, etc.) im Verhältnis zur erwähnten AHV-Rente. Zum Beispiel entspricht die maximal mögliche AHV-Rente für Ehepaare immer dem Faktor 1,5 (28’440 Franken maximale AHV-Rente für Einzelpersonen × 1,5 = 42’660 Franken maximale AHV-Rente für Ehepaare). Oder der maximale Beitrag an die Säule 3a für Erwerbstätige mit Pensionskassenanschluss beträgt immer 24 Prozent der AHV-Rente für Einzelpersonen. Nachstehend eine Übersicht der wichtigsten Kennzahlen und deren Herleitung.

 

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Bjoern Cueni
Leiter Finanz- und Vorsorgeplanung
Björn Cueni ist Leiter Finanz- und Vorsorgeplanung und Referent bei den BLKB-Vorsorgeforen. Seit vielen Jahren begleitet er Kundinnen und Kunden auf dem Weg in die Pensionierung. Seine Artikel kommen aus den Bereichen Vorsorge, Pensionierung und Steuern.

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