Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch

0
6
1

Die Welt bereitet sich auf eine E-Zukunft vor

Die E-Mobilität ist in aller Munde. Sie gilt als wichtiges Puzzleteil zur Erreichung der Pariser Klimaziele 2030. Denn Elektrofahrzeuge versprechen deutlich weniger Emissionen als ihre fossil betriebenen Pendants. Die Zielvorgaben sind hoch, so müssen die europäischen Autobauer bis 2021 im Durchschnitt der Neuwagenflotte einen CO2-Ausstoss sicherstellen, der deutlich tiefer liegt als heute. Fahrzeuge mit sehr tiefen Emissionswerten (<50g/km) fliessen bis 2022 mit einem positiven Faktor in die Berechnungen ein, was die Autobauer zusätzlich motivieren dürfte.

Die Nachfrage steigt

Gemäss einer Studie der internationalen Energieagentur (IEA) waren 2017 gerade einmal ca. 3 Mio. E-Fahrzeuge im Einsatz. Bis 2030 soll diese Zahl auf 150 Mio. ansteigen. In Europa sticht Norwegen hervor. Das Land, welches einen Grossteil seines heutigen Wohlstands fossilen Brennstoffen verdankt, hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 keine mit Diesel oder Benzin betriebenen Fahrzeuge mehr zu verkaufen. Die Schweiz setzt sich bescheidenere Ziele. Gemäss einer Studie des Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sollen bis 2022 15% der Neuzulassungen in der Schweiz Elektrofahrzeuge sein; heute sind es erst 3%.

Umfassende Betrachtung unabdingbar

Bei der Nachhaltigkeitsbeurteilung der Elektroautos wird oft in erster Linie auf die laufenden Emissionen abgestellt, die sich im Vergleich zum Verbrennungsmotor sehr vorteilhaft präsentieren. In einer umfassenden Betrachtung müssen aber auch Faktoren wie der Strommix zum Betanken der Fahrzeuge und die Herstellung und Entsorgung der Batterie berücksichtigt werden. Die Produktion der Batterien ist energie- und ressourcenintensiv. Elektrofahrzeuge starten daher mit einer Klimabürde. Diese wird aber mit der Zeit aufgrund eines klimafreundlicheren Strommix wettgemacht. Die neuesten Entwicklungen von Batterien beziehen zudem teilweise bereits Überlegungen zum Recycling der ganzen Batterie oder Teilen davon mit ein.

Chancen für gut positionierte Unternehmen

Die Ausgangslage macht klar, dass aus diesem dynamischen Umfeld Chancen für gut positionierte Unternehmen erwachsen. Dies müssen nicht immer direkt die Autobauer selber sein. Schnelle und zugängliche Ladestationen sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die E-Fahrzeuge attraktiver werden. Hier sind die führenden europäischen Elektrotechnikunternehmen wie ABB, Siemens und Schneider bereits sehr aktiv. E-Fahrzeuge verfügen zudem über deutlich mehr Elektronik als Autos mit Verbrennungsmotoren. Davon profitieren zum Beispiel die deutsche Infineon, die Mikroprozessoren zur Steuerung des Batteriesystems in Fahrzeugen herstellt, oder Aptiv, ein in Irland ansässiges und in den USA kotiertes Unternehmen, das Softwareplattformen für die Fahrsicherheit, für autonomes Fahren und für Infotainment in Autos entwickelt.

6
1
Teilen.
Regula Simsa
Finanzanalystin bei BLKB
Regula Simsa ist Analystin im Investment Center der BLKB. Sie ist zuständig für die Finanzanalyse unter Einbezug von Nachhaltigkeitsaspekten, das heisst die Beurteilung von Umwelt-, Sozial- und Governancekriterien und die Erarbeitung von entsprechenden Anlagelösungen.

Eine Antwort geben