Der Traum vom Eigenheim

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Baselbiet mit einer der höchsten Einfamilienhausquoten

Die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik belegen es: Noch immer ist das Einfamilienhaus der Spitzenreiter in der Schweizer Wohnungsstatistik. Insgesamt stehen in der Schweiz 1,7 Millionen Häuser, die als Wohngebäude genutzt werden. Den höchsten Anteil an Einfamilienhäusern weisen die Kantone Glarus, Tessin und Basel-Landschaft auf. Sieben von zehn Häusern im Baselbiet sind Einfamilienhäuser.

«Etwas Eigenes» noch immer hoch im Kurs

Ein Teil dieser Häuser ist vermietet, ein anderer Teil wird von den Hausbesitzern selbst bewohnt. In der Schweiz liegt die Wohneigentumsquote bei 37 Prozent. Abgesehen vom Wallis und von Appenzell Innerrhoden ist der Anteil der Haus- und Wohnungseigentümer in den letzten 25 Jahren kontinuierlich gestiegen. «Etwas Eigenes» ist noch immer das Wohnziel vieler Schweizerinnen und Schweizer.
Wer noch keins hat, der träumt vom Eigenheim. Jeder zweite Schweizer wünscht sich ein freistehendes Einfamilienhaus. Damit steht das klassische «Häuschen mit Umschwung» auf der Beliebtheitsskala der potenziellen Eigenheimkäufer deutlich vor Reihenhäusern und Wohnungen.

Finanzieller Rahmen entscheidend

Welches Haus das neue Zuhause wird, hängt in der Realität aber nicht nur von den Wünschen und Träumen der potenziellen Käufer ab. Meist sind das Angebot und vor allem der Preis ausschlaggebend. Bei der Finanzierung sind es vor allem zwei Hürden, die Einzelpersonen und Paare nehmen müssen: Eigenkapital und Tragbarkeit.
In der Schweiz muss ein Fünftel des Immobilienpreises aus eigenen Mitteln finanziert werden. Dazu können neben Sparguthaben auch Gelder aus der 2. und 3. Säule verwendet werden. Die Tragbarkeit ist eine rechnerische Hürde, die sicherstellen soll, dass Käufer auch in Zeiten mit höheren Zinsen nicht an ihre finanziellen Grenzen gelangen. Grundlage für diese Berechnung ist der kalkulatorische Zinssatz, der sich auf historische Zinsen bezieht. Im momentanen Zinsumfeld ist der Zinssatz mit 5 Prozent um einiges höher als die reale Zinsbelastung. Für die Käufer spielen neben dieser technischen Berechnung auch die tatsächlich anfallenden Kosten eine entscheidende Rolle. Statt einer monatlichen Miete bezahlen Haus- und Wohnungsbesitzer mehrere Einzelbeträge – die Hypothekarzinsen, die Rückzahlungsraten sowie die Hausnebenkosten.

Schritt für Schritt zum Eigenheim

Zu den typischen Käufern gehören in erster Linie junge Paare. Wenn Nachwuchs unterwegs ist oder die grösser werdende Familie mehr Platz braucht, setzen sich viele mit dem Thema Eigenheim auseinander. Ein Haus kauft man jedoch nicht von heute auf morgen. Hauskäufer durchlaufen in der Regel mehrere Phasen. Nach dem ersten Abklären der finanziellen Möglichkeiten geht es darum, das richtige Objekt zu finden. Was wäre der perfekte Wohnort? Und wie weit würde man sich davon entfernen, um ein erschwingliches Haus zu finden? Wäre ein Reihenhaus eine Option und kommt auch eine geräumige Wohnung in Frage?
Wenn ein konkretes Angebot auf dem Tisch liegt, braucht es den Kontakt mit der Bank. Im Beratungsgespräch werden wichtige Eckpunkte besprochen und mögliche Hypothekarmodelle analysiert. Nachdem die finanzielle Seite geklärt ist, geht es an den Kaufvertrag. Auch hier gibt es viele Details zu beachten. Die Unterschriften aller Parteien unter diesem Vertrag besiegeln schlussendlich den Kauf. Bevor das Eigenheim zum neuen Zuhause wird, braucht es in den meisten Fällen noch kleinere oder grössere Renovationsarbeiten. Erst wenn diese abgeschlossen sind, erfolgt der Umzug ins Eigenheim.

Der Markt spielt mit

Gemäss dem statistischen Amt standen Ende 2017 im Kanton Basel-Landschaft 46’013 Einfamilienhäuser. Anfang Monat waren auf der Immobilienplattform newhome.ch 420 Objekte im Baselbiet zum Verkauf ausgeschrieben. Das günstigste Angebot war ein 4-Zimmer-Haus für 275’000 Franken in Langenbruck, das teuerste eine 12-Zimmer-Villa für 9,7 Millionen Franken in Oberwil. Je nach Lage, Zustand und Grösse gehen die Preise weit auseinander. Generell gilt: In Zeiten mit niedrigen Zinsen steigen die Immobilienpreise, da sich mehr Leute ein Haus leisten können.

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Fabienne Schindler
Verantwortliche Produktmanagement Hypotheken bei BLKB
Fabienne Schindler ist Betriebsökonomin FH und arbeitet als Produktmanagerin bei der BLKB im Bereich Hypotheken und Immobilien. Sie versorgt die Leserinnen und Leser regelmässig mit Beiträgen rund um die Themen „Mieten, Kaufen, Wohnen“.

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