Verlieren Schweizer Small Caps an Glanz?

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Die Aufholjagd der Börsenschwergewichte

In den vergangenen Jahren hatten die kleineren Schweizer Gesellschaften die Nase an der Börse vorne. Die Performance der sogenannten Small und Mid Caps konnte jene der grosskapitalisierten Gesellschaften im Swiss Market Index deutlich übertreffen. Seit dem zweiten Halbjahr 2018 hat der Wind nun gedreht.

Börsenschwergewichte holen auf

In den letzten Wochen hat sich das Bild am Schweizer Aktienmarkt geändert. Der Index der Schweizer Small und Mid Caps – der SPI Extra – verzeichnet seit Anfang Juli ein deutliches Minus von 7%. Dagegen liegt der SMI mit 5% im positiven Bereich. Bisher war man es sich gewohnt, dass Investitionen in kleinere Gesellschaften eine bessere Performance erzielten. Die kleinen Schweizer Qualitätstitel wurden an der Börse gefeiert und mit satten Qualitätsprämien versehen.

Seit Ende Juni liess sich jedoch allen voran mit den Börsenschwergewichten Novartis, Nestlé und Roche Geld verdienen. Vorne liegt Novartis mit einer Rendite von über 17% im zweiten Halbjahr. Dicht gefolgt von Nestlé und Roche mit je 11%. Damit haben sich die defensiven Qualitäten der drei in einem Umfeld mit hoher politischer Unsicherheit in den letzten Monaten ausgezahlt.

Kleine kommen unter die Räder

Dagegen hinterlässt die höhere Unsicherheit an den Märkten deutliche Spuren bei den kleineren kotierten Unternehmen. Diverse Titel verzeichnen seit Ende Juni signifikante Rückschläge. Stark betroffen waren Titel aus dem Techsektor. Die Angst um eine Abschwächung des Zyklus im Technologiebereich machte auch bei Schweizer Nischenplayern keinen Halt. So verloren bisherige Börsenlieblinge wie AMS, VAT Group oder U-blox im zweiten Halbjahr zwischen 25 und 50% an Wert.

Auch Aktien, welche von unternehmensspezifischen Problemen geplagt sind, wurden verworfen. Meyer Burger, MCH Group (Messe Schweiz) und GAM büssten rund die Hälfte ihrer Börsenkapitalisierung ein. Damit zeigt sich, dass die Anleger schlechte Unternehmenskommunikation und mangelnde Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit bezüglich des Geschäftsverlaufs immer weniger tolerieren.

Rückschläge eröffnen attraktive Chancen

Die starken Kursverwerfungen eröffnen in einigen Titeln attraktive Einstiegsopportunitäten. So gerieten beispielsweise die Aktien von Georg Fischer, Autoneum oder Bucher zu stark unter die Räder und bieten attraktive Einstiegskurse. Jedoch dürfte auch die Aufholjagd der Börsenschwergewichte nicht vorüber sein.

Es gibt im Swiss Market Index neben den drei «Grossen» weitere interessante Investitionsmöglichkeiten mit Aufholpotenzial. So kann man beispielsweise mit einer Investition mit ABB, deren Kurs in diesem Jahr über 20% eingebüsst hat, von Megatrends wie Robotics oder Industrie 4.0 profitieren – oder mit LafargeHolcim und Sika am steigenden Bedarf an Infrastrukturinvestitionen partizipieren.

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Fabienne Erni, CFA
Leiterin Investment Research bei Basellandschaftliche Kantonalbank
Fabienne Erni ist Leiterin Investment Research bei der BLKB. Sie ist spezialisiert auf die Beurteilung von aktuellen makroökonomischen Entwicklungen und die Analyse von Aktien.

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