Digitale Transformation – Interview mit Beat Röthlisberger

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Was macht die Digitalisierung mit den Unternehmen in der Region? Beat Röthlisberger, Leiter Unternehmenskunden BLKB, über Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels.

Herr Röthlisberger, als Leiter Unternehmenskunden der BLKB fühlen Sie regelmässig den Puls der Wirtschaft in der Nordwestschweiz. Was macht die Digitalisierung mit den Unternehmen in der Region?

Aus unseren Gesprächen mit den Unternehmerinnen und Unternehmern wissen wir, dass sich so gut wie jedes  KMU in der Nordwestschweiz auf die eine oder andere Art mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzt.
Einerseits spüren wir bei den Verantwortlichen in den Unternehmen viel Enthusiasmus hinsichtlich neuer Entwicklungen und Möglichkeiten. Wir sehen grossartige innovative Ideen, die erst mit der digitalen Entwicklung überhaupt denkbar geworden sind. Andererseits gibt es aber auch viele Unsicherheiten.

Von welcher Art Unsicherheiten sprechen Sie?

Es tauchen immer wieder Fragen auf, sogar Zweifel: Wie kann ich die Digitalisierung nutzen, um mein Geschäftsmodell und meine Prozesse zu optimieren? Welche Investitionen stehen bereits heute an? Kann überhaupt ein Return on Investment darauf erzielt werden? Wie schnell muss ich mich den neuen Gegebenheiten anpassen, um auch künftig erfolgreiche Geschäfte abschliessen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben? Was muss ich selber können? Und was kann ich delegieren oder als Service einkaufen?

Was fasziniert Sie daran persönlich?

Persönlich faszinierend finde ich, dass der technologische Wandel und digitale Innovationen ganz neue Möglichkeiten öffnen, sodass industrielle Produktionsprozesse wieder in der Region abgewickelt werden.

Gibt es eine einfache Formel, welche bei der Transformation erfolgversprechend ist?

Schön wär’s. Generell lässt sich sicherlich festhalten, dass es von zentraler Bedeutung ist, erforderliches neues Know-how für das Unternehmen frühzeitig zu erkennen und dieses anschliessend in hohem Tempo aufbauen zu können. Dazu ist es oftmals notwendig, zusätzliche Investitionen zu tätigen. Drei Regeln kann man dazu hervorheben.

Welches sind diese drei Regeln?

1. Wer schlecht organisiert ist oder kein klares Zielbild seiner Organisation vor Augen hat, dem hilft auch die Digitalisierung nicht weiter.
2. Unternehmen, die in digitale Lösungen investieren, tun gut daran, ihre ganze Organisation mit voller  Konsequenz auf deren Anwendung zu schulen und alle Mitarbeitenden entsprechend zu führen. Sonst werden aus  Investitionen rasch versunkene Kosten.
3. Digitale Lösungen können ein Geschäftsmodell unterstützen und modernisieren. Sie sind aber nicht gleichbedeutend mit dem Geschäftsmodell. Wer hier ein Heilmittel gegen mangelnden Erfolg erwartet, sieht sich oft getäuscht. Unsere Beraterinnen und Berater stehen den KMU bei diesen Themen gerne als Sparringpartner zur Verfügung. Wir wollen hier unseren Beitrag als Baselmehrbieterin leisten und mit einfachen und  zukunftsfähigen Lösungen unsere Kunden unterstützen.

Der Wandel stellt demzufolge auch für die BLKB eine Herausforderung dar?

Der BLKB geht es ganz ähnlich wie den KMU in der Region. Einerseits haben sich die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Andererseits haben sich neue Arbeitsprozesse etabliert, und technische Innovationen machen ganz neue Entwicklungen möglich. Bei den BLKB Mitarbeitenden verändern sich die Jobprofile, die Verantwortung nimmt zu, eine enge Teamarbeit über die
unterschiedlichen Geschäftsbereiche hinweg gewinnt an Bedeutung.

Wie sieht es mit den Arbeitsmodellen bei der BLKB aus?

Auch die Arbeitsmodelle passen sich diesen gesellschaftlichen Gegebenheiten an. Wir sorgen dafür, dass Arbeit und Familie optimal vereinbar sind, und bleiben so eine attraktive Arbeitgeberin, die weiterhin die besten Talente für sich gewinnen kann. Das alles zeigt, dass es sich um einen tiefgreifenden Wandel handelt, der sich durch sämtliche Bereiche unseres Lebens zieht. Ich behaupte, dass es so gut wie niemanden gibt, der nicht davon betroffen ist. Vielleicht sitzen wir nicht alle im gleichen Boot, wir befahren aber alle denselben Fluss. Das macht die Begleitung der KMU für uns einfacher, weil wir die Herausforderungen bereits aus dem eigenen Alltag bestens kennen und die KMU auf Augenhöhe beraten können.

Welche Veränderungen beobachten Sie in Ihrem Alltag beim Kontakt mit unterschiedlichen KMU?

Als interessant und erfreulich empfinde ich die Tatsache, dass mit der Verschiebung einer Vielzahl von Dingen in die digitale Welt gleichzeitig die persönliche Begegnung wieder an Wert gewinnt. Nicht zuletzt aus diesem Grund setzen wir bei der BLKB auf eine starke persönliche Beratung, bei der unsere Spezialisten den Kunden transparent aufzeigen, welche möglichen Wege zum Ziel führen und wo Stolpersteine und Hürden lauern
können.

Welche Punkte sind Ihnen dabei wichtig?

Es ist uns wichtig, dass der Kunde oder die Kundin es so einfach wie möglich hat und wir ihm oder ihr einen Mehrwert bieten können. Dieses Credo beachten wir bei der Entwicklung unserer Dienstleistungen genauso wie bei der Neugestaltung unserer Niederlassungen. Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, unser bewährtes regionales Netzwerk auch mit unseren Unternehmenskunden teilen zu können. Dazu finden in der Nordwestschweiz über das Jahr verteilt zahlreiche Anlässe statt, an denen unsere KMU-Kunden eingeladen sind, sich mit ihren Erfahrungen untereinander auszutauschen und voneinander zu profitieren. Ein weiterer  Pluspunkt unserer Bank ist, dass wir nachhaltige Kundenbeziehungen pflegen. Das bedeutet für unsere Unternehmenskunden, dass sie mit uns eine verlässliche Partnerin und über Jahre hinweg die gleiche persönliche Beraterin oder den gleichen persönlichen Berater haben. Das schafft das nötige Vertrauensverhältnis für KMU und hat für sie zudem den Vorteil, dass sie sich nicht immer neu erklären müssen.

Sie möchten es Ihren Kunden so einfach wie möglich machen. Wie muss man das verstehen?

Das beginnt bereits bei der Entwicklung von neuen Produkten, bei der wir vermehrt unsere Kunden bei der Ausgestaltung miteinbeziehen. Durch den intensiven Austausch lernen wir dazu und können unsere Dienstleistungen ihren Marktbedürfnissen perfekt anpassen. So arbeiten wir als Baselmehrbieterin an den relevanten Schnittstellen unserer Unternehmenskunden, um ihnen innovative und «customized» Produkte und Services anzubieten, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wichtig ist, dass wir mutig sind, Neues zu wagen, und unsere Kundinnen und Kunden auch in Zukunft mit überzeugend einfachen  Lösungen überraschen.

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Beat Roethlisberger
Beat Röthlisberger ist Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmenskunden der BLKB.

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