In Asien überwiegen Chancen die Risiken

0
3
0

Intakte langfristige Wachstumsaussichten

Schlagzeilen macht die Region Asien mit Ausnahme von Japan derzeit vor allem mit zwei Themen: Handelskrieg und Einbruch verschiedener Aktienmärkte wegen einer weltweiten Schwäche der Schwellenmärkte. Im Vergleich zur Asienkrise Ende der 90er-Jahre sind Länder wie Südkorea, Thailand oder Indonesien heute besser aufgestellt und krisenfester geworden. Die Region bietet dadurch nach wie vor ein langfristig hohes Wachstumspotenzial und ist auch für Aktieninvestitionen attraktiv.

Asiens Börsen unter Druck

Die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen China und den USA sind an den betroffenen Aktienmärkten bereits spürbar. Seit Anfang September 2018 befinden sich die Börsen Chinas und Hongkongs im Bärenmarkt, die Aktienindizes haben über 20% von den Höchstständen korrigiert. Export und Handel sind für die asiatischen Volkswirtschaften von grosser Bedeutung. Die Gewinnaussichten der Unternehmen wurden aufgrund des Handelskonflikts reduziert und damit die Kurse gedrückt. Gleichzeitig wurden die asiatischen Börsen in Sippenhaft mit den Verwerfungen anderer Schwellenmärkte wie Argentinien und Türkei genommen. Internationale Investoren haben zudem ihr Geld abgezogen, aus Sorge über die Auswirkungen des Zinsanstiegs in den USA und einen damit verbundenen stärkeren USD auf die Schwellenländer Asiens.

Wachstumsmotor der Weltwirtschaft

Die Mehrheit der asiatischen Volkswirtschaften ist heute dennoch deutlich solider aufgestellt als während der Asienkrise. Die meisten Staaten haben eine geringe Aussenverschuldung in USD und sind dadurch einem stärkeren USD gegenüber weniger exponiert. Sie verfügen über Leistungsbilanzüberschüsse und die Dollarreserven decken die kurzfristigen Verbindlichkeiten in USD um ein Mehrfaches. Die grösseren asiatischen Währungen zeigen sich im Gegensatz zu Währungen anderer Schwellenländer bis jetzt gegen einen Einbruch immun. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum wurden jüngst zwar reduziert, liegen mit Wachstumsraten von bis zu 7% aber nach wie vor über dem weltweiten Durchschnitt. Asien und allen voran China, die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt, bleiben Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft. Der Binnenkonsum gewinnt trotz der nach wie vor starken Abhängigkeit vom Aussenhandel dank einer stark wachsenden Mittelschicht immer mehr an Bedeutung.

Zukunftsmarkt Technologie

Diese kaufkräftige asiatische Mittelschicht ist zudem sehr technologeiaffin und neuen Trends gegenüber aufgeschlossen. Dieser Umstand begünstigte das Entstehen von lokalen Giganten im Technologiebereich. Die Börsen Taiwans und Südkoreas sind mit weltweiten Branchenführern wie Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor Manufacturing stark technologielastig. China hat eigene Giganten in den Bereichen soziale Medien und Internethandel (Alibaba, Tencent) hervorgebracht. Von den zehn grössten Positionen in einem der wichtigsten asiatischen Aktienindizes, dem MSCI Far East ex. Japan, gehören sechs Unternehmen zu den Bereichen soziale Medien, Technologie oder Telekommunikation. Der Technologiesektor macht über 30% des Index aus. Von den langfristigen globalen Trends wie Digitalisierung und Automatisierung, künstliche Intelligenz und Internet der Dinge werden die asiatischen Volkswirtschaften und damit auch die kotierten Unternehmen überdurchschnittlich profitieren.

Attraktive Bewertung asiatischer Börsen

Asiatische Börsen sind aufgrund der jüngsten Korrekturen attraktiv bewertet. Potenzielle Auswirkungen des Handelskonflikts sind in den Aktienpreisen bereits enthalten. Die starke globale Stellung vieler asiatischer Unternehmen sorgt weiterhin für gutes Gewinnwachstum. Die asiatischen Grosskonzerne haben ihre Kapitaleffizienz in den letzten Jahren zudem gesteigert. Die daraus resultierenden liquiden Mittel werden vermehrt an die Aktionäre als Dividenden ausgeschüttet. Daher locken in Asien nebst den tiefen Kursen auch attraktive Dividendenrenditen.

3
0
Teilen.
Regula Simsa
Finanzanalystin bei BLKB
Regula Simsa ist Analystin im Investment Center der BLKB. Sie ist zuständig für die Finanzanalyse unter Einbezug von Nachhaltigkeitsaspekten, das heisst die Beurteilung von Umwelt-, Sozial- und Governancekriterien und die Erarbeitung von entsprechenden Anlagelösungen.

Eine Antwort geben