Finanzkauderwelsch erklärt

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Du hast im Wirtschaftsunterricht geschlafen und die Hälfte schon wieder vergessen? Oder dich nie mit Anlagen befasst, weil es langweilig und komplex ist? Dennoch stellst du dir die Frage, was hinter dem Kauderwelsch steckt. Dann bist du hier genau richtig.

Vorab: Anlegen ist weder langweilig noch unerklärbar – zumindest im Prinzip nicht. «Lass dein Geld für dich arbeiten.» So wurde mir als Kind das Thema Anlegen erklärt. Aber sagen wir’s anders: Es sind die Aktionäre und Inhaber von Anlagen, die den Wert einer Anlage bestimmen. Denn am Ende ist dieser abhängig von den Erwartungen der Käufer und Verkäufer.

Anlegen im Prinzip

Banal gesagt, dreht sich alles um die Einschätzung des Wertes einer Anlage. Kauf und Verkauf hängen vom Vertrauen, dem Ziel und zeitlichen Horizont ab, welcher der Anleger seinen Investitionen zuspricht. Dabei gibt es verschiedene Formen von Anlagen. Die Bekanntesten sind die Aktien.

Aktien

Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Wenn Klaus der Strauss eine Firma gründet, deren Aktien an der Börse gehandelt werden, so kannst du eine Aktie seines Unternehmens beispielsweise für 80 Franken kaufen. Damit gehört dir ein kleiner Anteil am Unternehmen. Wenn es Gewinn macht, erhältst du deinen Anteil daran, dieser wird meistens als Dividende ausbezahlt.

Der Wert bzw. Preis einer Aktie kann während des Jahres aber schwanken. Wenn nämlich ein Anleger erwartet, dass Klaus‘ Firma im laufenden Jahr mehr Gewinn machen wird als im letzten Jahr, dann ist die Firma auch mehr wert und der Anleger ist bereit, einen höheren Preis für die Aktie zu zahlen. Das heisst, er kauft solange Wertpapiere, bis sein oberstes Preislimit erreicht ist. Somit steigt der Preis einer Aktie bereits bei der Erwartung, dass die Firma in Zukunft mehr verdienen wird und nicht erst beim entsprechenden Gewinnausweis.

Schwankungen finden bei Aktien permanent statt: Dies, weil aufgrund von Erwartungen gehandelt wird. Aktien sind profitabel – wenn im richtigen Moment gekauft und verkauft wird. Das Risiko ist aber dementsprechend hoch, weil zufällige Veränderungen schnelle Reaktionen provozieren und/oder zu kurzsichtig gekauft und verkauft wird. Bei Aktien gilt es, sich in Geduld zu üben – über Jahre hinweg.

Obligationen

Eine Obligation ist eine Art Schuldschein. Klaus‘ Firma braucht Geld. Durch die Herausgabe einer Obligation kann ein Unternehmen am Kapitalmarkt Geldgeber suchen. Dafür zahlt es dem Anleger jährlich einen Zins. Anders als Aktien haben Obligationen in der Regel eine fixe Laufzeit.
Nach beispielsweise vier Jahren läuft die Obligation aus – und du erhältst dein Geld zurück.
Du kannst dir jährlich den Zins auszahlen lassen, bis du dein Geld zurückbekommst. Beispiel: Du zahlst einen Kredit von 5’000 Franken an die Firma und kriegst einen Zins von 5 Prozent – dann machst du pro Jahr 250 Franken Gewinn.

Nach dem ersten Jahr kriegst du deine 250 Franken, gleichzeitig planst du, dir ein Auto zu kaufen. Die 5’000 Franken sind aber bei der Firma. Wenn du nun die Obligation verkaufst, kriegst du dein Geld plus den Zins. Der Käufer deiner Obligation erhält seinen Zins dann wiederum ein Jahr nach seinem Kauf, bis die Laufzeit um ist.

Wenn die Zinsen im Umfeld für Obligationen sinken, wird das Geschäft lukrativ. Denn die Obligationen, welche bereits auf dem Markt sind, haben dann einen höheren Zins als die neuen und sind für die Käufer attraktiver. Der Preis der Obligation steigt solange, bis sich die Rendite der Obligation an den Marktzins angeglichen hat.

Fonds

Ein Fonds ist eine Möglichkeit für Anleger, bereits mit einem kleinen Kapital diversifiziert (gestreut) anzulegen. Denn viele Einzeltitel gestreut zu kaufen, ist um einiges teurer, als in einen Fonds zu investieren. Das heisst: In einem Fonds befinden sich mehrere Titel (Aktien) und Obligationen. Je nach Gewichtung und Verhältnis von Aktien zu Obligationen (bspw. 30 zu 70) schwankt der Fonds im Wert stärker oder schwächer.

So kann man mit wenig Budget einen Teil des Fonds kaufen. Das heisst nicht, dass man 0,3 Prozent einer Aktie oder eine halbe Obligation besitzt. Ein Fonds ist wie ein Kuchen, bei dem man mit jedem Stück alle Zutaten drin hat, ohne dabei die Zutaten einzeln kaufen zu müssen.

Am Ende bedeutet Anlegen, dass man sein Geld in etwas investiert, bei dem man nie zu 100 Prozent sicher sein kann, was damit geschieht. Das Risiko von Verlusten ist da, jedoch genauso die Chance auf Gewinne.


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Adelina Agnoli
Adelina Agnoli ist on- und offline Gestalterin in der Abteilung «Marketing & Channels» bei der BLKB. Im Blog erklärt sie komplexe Themen ganz einfach und hält uns mit Tipps und Tricks auf dem Laufenden.

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