«Werd‘ jetzt bloss nicht emotional» – Warum Anleger einen kühlen Kopf brauchen

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Bald 30 Jahre bin ich in der Bankbranche tätig. In dieser Zeit habe ich einige Entwicklungen und Turbulenzen an den Finanzmärkten erlebt. Dabei sind mir vier Fehler aufgefallen, die Anleger besonders häufig machen:
  • Falsche Anlagestrategie: der Mix macht‘s

Oft fehlt eine klare Anlagestrategie. Das Renditepotenzial eines Depots hängt zu etwa 70 Prozent davon ab, wie das Vermögen auf Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Anlageklassen aufgeteilt ist. Taktische Anpassungen – zum Beispiel die rechtzeitige Reduktion der Aktienquote – machen etwa 20 Prozent des Anlageerfolgs aus. Die Titelauswahl dagegen nur etwa 10 Prozent. Trotzdem suchen viele Anleger den Erfolg fast ausschliesslich im sogenannten Stock Picking: im gezielten Kaufen von Einzeltiteln.

  • Klumpenrisiken: zu wenig Diversifikation

Unter Diversifikation versteht man die Verteilung der Risiken auf verschiedene Risikoträger. «Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen», lautet eine alte Börsenweisheit. In der Realität sind jedoch sehr viele Depots ungenügend diversifiziert. Sie enthalten Klumpenrisiken: zu hohe Anteile einzelner Titel, Branchen oder Märkte. Effiziente Portfolios lassen sich nur durch die konsequente Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlagemärkte und Anlageklassen bilden. Trotzdem ist bei Schweizer Anlegern die Heimmarktorientierung auffallend hoch. Laut einer aktuellen Erhebung der LGT Group halten Schweizer im Durchschnitt 67 Prozent ihres Aktienportfolios in inländischen Aktien.

  • Ungeduld: zu oft ins Portfolio schauen

«Kaufen Sie Aktien und nehmen Sie Schlaftabletten», gehört zu den bekanntesten Börsenweisheiten von André Kostolany. Damit meinte der 1999 verstorbene Börsenaltmeister: Geduld zahlt sich beim Anlegen langfristig aus. Betrachten Sie Ihr Portfolio also nur gelegentlich. Verzichten Sie auf das ständige Studieren von Finanznachrichten. Schlechte Nachrichten verleiten dazu, aus Angst zu verkaufen – gute Nachrichten dazu, aus Euphorie das Risiko zu erhöhen. In beiden Fällen steigt die Gefahr, im falschen Moment von der gewählten Strategie abzuweichen. Die grosse Frage lautet also: Wie funktioniert gewinnbringendes Anlegen? Eine erfolgsversprechende Strategie ist die Einrichtung eines langfristigen Sparplans, bei dem monatlich ein fixer Betrag in ein Investmentprodukt einbezahlt wird. Sollte der Kurs eines Wertpapieres fallen, bekommen Sie für Ihren monatlichen Sparbetrag mehr Anteile als bei hohen Kursen. Mit dieser Methode lässt sich ein guter durchschnittlicher Preis erzielen. Ausserdem hilft es dabei, bei stärkeren Marktschwankungen Ruhe zu bewahren. Bloss kein panikartiges Umschichten.

  • Emotional: lukrativste Phasen verpassen

Wer träumt nicht davon, zu tiefen Preisen zu kaufen und zu hohen Preisen zu verkaufen? Mit diesem Ziel vor Augen folgen die meisten Anleger vor allem ihrem Gefühl. Und handeln damit zyklisch. Sie verkaufen im Abschwung zu spät und im Aufschwung zu früh. Titel werden abgestossen, obwohl die Börse schon gedreht hat. Die lukrativste Phase der Erholung wird so verpasst. Antizyklische Anleger machen es besser: Sie kaufen im Abschwung günstig und verkaufen in der Hausse teuer.

Roboter handeln ohne Emotionen

Wer diese vier Anlagefehler vermeiden will, braucht in erster Linie Disziplin. Diese Eigenschaft bringt nicht jeder Privatanleger mit. Warum also nicht das Geld durch einen sogenannten Robo Advisor verwalten lassen? Dieser digitale Vermögensverwalter agiert emotionslos und regelbasiert.  Er ermittelt auf Basis Ihrer individuellen Risikoneigung eine passende Anlagestrategie. Sie können so Ihr Vermögen, abgestimmt auf Ihre Anlagebedürfnisse und Ihr Risikoprofil, professionell verwalten lassen. Der Roboter nimmt Ihrem Risikoprofil entsprechende, automatische Anpassungen der Zusammensetzung Ihres Portfolios bei Ein- oder Auszahlungen sowie bei Marktschwankungen vor. Er verhindert, dass Anleger in ihre typischen Verhaltensmuster zurückfallen und ihre Renditechancen selbst schmälern.
Fazit: Wer intelligenten Regeln statt Gefühlen folgt, erzielt langfristig eine höhere Rendite. Dabei kann ein digitaler Vermögensverwalter behilflich sein. Möchten Sie es ausprobieren? Hier geht’s zur Online-Vermögensverwaltung Digifolio.
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Christian Degen
Produktmanagement Anlegen bei BLKB
Christian Degen ist eidg. dipl. Finanzanalytiker und Vermögensverwalter und arbeitet als Produktmanager bei der BLKB im Bereich Anlegen.
Auf BLKBlive versorgt er die Leserinnen und Leser mit nützlichen Tipps rund ums Thema Anlegen.

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