Ärdwybli und Rägemännli – Warum uns Sagen auch heutzutage noch faszinieren

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Kennst du die Sagen, welche man sich in früheren Zeiten im Baselbieterzählte, am Küchentisch, auf dem Ofenbänkli oder vor dem Kamin? Ich leider nicht. Und da ich bestimmt nicht die einzige bin, der es so geht, sind die Illustratorin Kathi Horn aus Eptingen und die Autorin Barbara Saladin aus Hemmiken aktiv geworden. Mit ihrem Sagenbuch bringen sie uns die Geschichten näher, die schon die Generationen vor uns in ihren Bann gezogen haben. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich die beiden Powerfrauen für dieses Vorhaben zusammengeschlossen haben? Ich habe sie besucht, um genau das in Erfahrung zu bringen.

Kathi Horn – Wenn die Bilder im Kopf auf dem Papier lebendig werden

Kathi hat schon immer sehr gern gezeichnet. Nach ihrer Ausbildung als Polygrafin bei der Basler Zeitung folgte eine Festanstellung bei der Basler Mediengruppe, wo sie verantwortlich war für das Layout der Wochenzeitung.

Aber schnell wurde Kathi klar, dass sie ihr Geld am liebsten freiberuflich verdienen möchte. Sie arbeitete fortan bei diversen Werbeagenturen und baute ihr Pensum schrittweise von 90% auf 40% ab. Seit drei Jahren ist sie nun komplett selbstständig erwerbend.

Barbara Saladin – Neugier und Phantasie werden zum Daily Business

Barbara Saladin war von klein auf ein «Gwunderfitz» und las sehr gerne. Damit war sie natürlich prädestiniert für den Beruf der Journalistin – ein Job, bei dem sie ihrer Neugierde freien Lauf lassen kann.
Ihr Talent für das geschriebene Wort lebte sie aber bereits vor ihrem Quereinstieg in den Journalismus vor über zehn Jahren aus. So schrieb und schreibt sie unterschiedlichste Bücher: Von Krimis über Kurzgeschichten bis zu Sachbüchern. Parallel dazu ist sie als Texterin und Freelancerin im Kulturbereich tätig, was ihr viel Abwechslung bietet.

In guter Nachbarschaft

Darauf angesprochen, wie ihre Zusammenarbeit zustande kam, lächelt Kathi und meint, das sei eine schöne Geschichte. Sie hatte das Cover einer CD für den Baselbieter Mundartsänger Florian Schneider gestaltet. Daraufhin folgte ein Bericht in der Volksstimme über die Beiden. Wie man das unter Nachbars-Kollegen macht, hat Kathi Florian von der Idee mit dem Sagenbuch erzählt, auch über die Realisationsprobleme. In diesem Moment wusste Florian bereits die passende Partnerin.

Barbara hat bereits auch schon mit Florian zusammengearbeitet. Dazumal hat sie den Artikel in der Volksstimme ebenfalls mit Interesse gelesen. Da Florian seine Nachbarin Kathi gut kennt und Barbara ebenfalls, wollte er die beiden zusammenführen. Gesagt und getan, die beiden tauschten sich aus und waren sich so sicher wie Florian von Anfang an, zusammen bringen sie das Sagenbuch zustande. Eine tolle Entstehungsgeschichte eines tollen Projekts, wie ich finde.

Alte Geschichten neu verpackt

Kathi wurde in jungen Jahren von ihrer Mutter an die hiesigen Sagen herangeführt. Sie ist in Zunzgen aufgewachsen, wo sie regelmässig im Wald spielte und dessen Zauberwelt entdeckte. Auch ihr Primarlehrer hatte eine Affinität zu diesen Geschichten und liess seine Schüler regelmässig daran teilhaben. So gesehen, ist das Sagenbuch für sie mit vielen Erinnerungen an ihre Kindheit verbunden, an denen sie nun andere teilhaben lässt.

Auch Barbara ist seit ihrer Kindheit von den Sagen und den darin vorkommenden Figuren fasziniert. Vor zehn Jahren realisierte sie mit „Welthund“ den ersten Oberbaselbieter Kinofilm, welcher ebenfalls auf einem Sagenmotiv beruht. Noch immer hat sie das Bedürfnis, die alten Erzählungen weiterzugeben. Damit die heutigen Kinder diese aber auch verstehen, hat sie die Sagen in eine heute gebräuchliche, kindgerechte Sprache „übersetzt“ und an einigen Stellen ergänzt, damit sich die Kinder besser in frühere Zeiten versetzen können. Denn viele sind sich heute vielleicht gar nicht mehr bewusst, dass das „Hauptverkehrsmittel“ früher die eigenen Füsse waren oder dass nachts keine Strassenlaternen die Dörfer erhellten.

Ein sagenhaftes Projekt

Schön, dass die Finanzierung zustande kam und die alten Baselbieter Geschichten weiterleben! Wie sehr diese Idee mich persönlich überzeugt hat, zeigt sich daran, dass ich mich selber daran beteiligt habe. Nun kann ich es kaum erwarten, bis das Buch, welches mir als Gegenleistung in Aussicht gestellt wurde, bei mir ankommt.

Und wie geht es weiter mit den beiden Frauen? Wird es eine zweite Ausgabe des Sagenbuchs geben? Oder ein Buch mit Geschichten aus einem anderen Kanton? So oder so, ich bin auf jeden Fall gespannt darauf, wieder von den beiden zu hören.

 

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Valerie Seitz
Social Media & Content Management bei BLKB
Valérie Seitz ist Online Content Managerin bei der BLKB. Sie ist am Puls der sozialen Netzwerke und hält den Blog mit aktuellen Einblicken auf dem Laufenden.

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