Tücken des Geschenksparkontos

0
3
0

Es ist etwas Schönes, jährlich einen Batzen anzusparen, um ihn später den Enkel- oder Patenkindern, Nichten oder Neffen bei Erreichen der Volljährigkeit schenken zu können. Wir erklären, woran Sie denken sollten, damit die Sprösslinge Ihre finanzielle Starthilfe in jedem Fall erhalten.

Die richtige Kontowahl

Im Angebot vieler Banken gibt es ein Geschenksparkonto. Grosseltern, Onkel, Tanten und Pateneltern haben den Vorteil, dass das Konto nach wie vor unter dem eigenen Namen läuft. Ihr Enkelkind weiss (noch) nichts von seinem Glück. Erst wenn es 18 Jahre alt wird und Sie der Überweisung zustimmen, erhält der oder die Glückliche den angesparten Betrag zusammen mit einer Geschenkurkunde. Bis zu diesem Zeitpunkt haben nur Sie über das Konto verfügt. Doch was passiert mit dem Geld, falls Sie vor Erreichen des 18. Altersjahres des Kindes sterben würden?

Haben Sie letztwillig nichts verfügt, wird das Geschenksparkonto trotz seiner Bezeichnung Teil Ihres Nachlassvermögens. Der Betrag geht nicht direkt an Ihr Enkel- oder Patenkind, sondern wird unter den Erben verteilt. Es liegt in deren Wohlwollen, ob sie einer Überweisung zustimmen.

Ein Beispiel

Die Grossmutter legt für ihre beiden Enkelkinder je ein Geschenksparkonto an. Jedes Jahr zahlt sie beiden denselben Betrag ein. Da die Kinder unterschiedlich alt sind, ist auch der Gegenwert der Geschenksparkonten unterschiedlich hoch. Nun stirbt die Grossmutter. Sie hinterlässt einen Sohn und eine Tochter. Der Sohn hat keine Kinder, die Tochter ist die Mutter der beiden Enkelkinder. Hat die Verstorbene nichts geregelt, sind die beiden Konten in der Teilungsmasse und gehen nicht direkt an die Enkelkinder. Der kinderlose Sohn ist somit auch an den beiden Konten beteiligt. Es braucht eine Einigung zwischen Sohn und Tochter.

Unsere Empfehlung

Möchten Sie sicherstellen, dass Ihr Enkelkind oder Patenkind bei Ihrem Ableben das Geschenksparkonto ausbezahlt erhält, müssen Sie dies in Ihrem Testament ausdrücklich festhalten. Schenkungen an Enkelkinder sind im Übrigen in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt steuerfrei.

3
0
Teilen.
Cornelia Waldner
Leiterin Nachlassplanung bei BLKB
Cornelia Waldner ist Juristin und Leiterin Nachlassplanung bei der BLKB. Seit vielen Jahren berät sie Kundinnen und Kunden zu den Themen Ehe- und Erbvertrag, Testament, Schenkung, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung.

Eine Antwort geben