Steuern bei Erbschaft und Schenkung – diese 7 Fakten sollten Sie kennen

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«Steuern» ist ein grosser Begriff. Nicht nur Einkommen und Vermögen müssen versteuert werden, auch bei Erbschaften und Schenkungen geht ein Prozentsatz an den Staat. Nun aber, was muss wie und wann versteuert werden? Folgende sieben Fakten klären Sie über die Steuerpflicht bei Erbschaften und Schenkungen auf.

Fakt 1: Vermögen verschenken

In vielen Fällen lösen Schenkungen Steuern aus. Steuerpflichtig ist immer derjenige, der die Schenkung erhält. Die Steuer wird vom Wohnkanton des Schenkers erhoben, Ausnahmen bilden z. B. ausserkantonale Liegenschaften.
Schenkungen oder Erbvorbezüge müssen im Kanton Basel-Landschaft innert 30 Tagen mit dem «Meldeformular für die Schenkungssteuer» der Steuerverwaltung gemeldet werden.

Fakt 2: Vorsicht Konkubinat

Schenkungen an unverheiratete Partner werden mit 30 Prozent besteuert. Der Steuersatz reduziert sich auf 15 Prozent, wenn die Partner mehr als fünf Jahre im selben Haushalt leben.
Aufgrund der hohen Steuerbelastung ist im Konkubinat besondere Vorsicht geboten. So kann die Auszahlung von Geldern aus der Pensionskasse oder der Säule 3a auf ein gemeinsames Konto eine Schenkungssteuer auslösen, obwohl nie eine Schenkung beabsichtigt wurde. Ähnliche Situationen können beispielsweise beim Kauf von Liegenschaften entstehen.
Bei Unsicherheiten empfehlen wir eine vorgängige Beratung.

Fakt 3: Vermögen erben

Nicht jede Erbschaft führt zu Erbschaftssteuern. Erben direkte Nachkommen, Eltern, Ehegatten, eingetragene Partner, gemeinnützige Stiftungen oder die öffentliche Hand, so fallen im Kanton Basel-Landschaft und in vielen anderen Kantonen keine Erbschaftssteuern an.
Fakt 4: Steuersätze und Freibeträge bei Erbschaften und Schenkungen (BL)
  • Stief- und Pflegekinder: 7,5 % (Freibetrag CHF 50‘000.–)
  • Geschwister, Grosseltern und Urgrosseltern, Schwiegereltern und Schwiegerkinder, Stiefeltern und Stiefgrosskinder sowie für Personen, welche im Zeitpunkt des Todes mit dem Erblasser ununterbrochen seit mindestens fünf Jahren im selben Haushalt gelebt haben: 15 % (Freibetrag CHF 30‘000.–)
  • Tanten und Onkel, Nichten und Neffen, Grosstanten und Grossonkel, Grossnichten und Grossneffen, Cousinen und Cousins: 22,5 % (Freibetrag CHF 20‘000.–)
  • Alle übrigen Empfänger: 30 % (Freibetrag CHF 10‘000.–)

Fakt 5: Schenkungen in der Steuererklärung

Schenkungen werden vom Schenker wie auch vom Beschenkten in der Steuererklärung im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis erwähnt.
Der Empfänger der Schenkung deklariert die Vermögenswerte sowie die nach der Schenkung angefallenen Erträge wie Zinsen, Dividenden, Mietzinsen etc. Ende Jahr in seiner Steuererklärung.
Der Schenker gibt in seiner Steuererklärung die noch vor der Schenkung angefallenen Erträge und Abzüge an, sofern vorhanden (z. B. Liegenschaftsunterhalt).

Fakt 6: Erbschaften in der Steuererklärung

Nach dem Tod einer Person gehen deren Vermögenswerte in das Eigentum der Erben über.
Gerne geht dabei vergessen, dass die angefallenen Vermögenswerte und deren Erträge ab dem auf den Tag des Todes des Erblassers folgenden Tag durch die Erben versteuert werden müssen. Ob die Erbschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt verteilt wird, ist nicht relevant.

Fakt 7: Verrechnungssteuern in Erbfällen

Gibt es mehr als einen Erben oder hat mehr als eine Person das Recht zur Nutzung an der ganzen Erbschaft (z. B. Nutzniessung), so muss die Verrechnungssteuer auf Erträgen der Erbengemeinschaft mit dem «Antrag auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer in Erbfällen» zurückgefordert werden.
Die Rückforderung mit dem Wertschriften- und Guthabenverzeichnis der persönlichen Steuererklärung ist in diesen Fällen nicht möglich.
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Mathias Mahrer
Leiter Abteilung Steuern bei BLKB
Mathias Mahrer leitet bei der BLKB die Abteilung Steuern. Er und sein Team beraten Kundinnen und Kunden in Steuerfragen. Hier schreibt er Artikel zu aktuellen Geschehen in der Steuerlandschaft.

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