Französische Liedermacherkunst war gestern – jetzt hören wir «Schangsongs»

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Ob grosser Auftritt auf der Theaterbühne oder alleine mit Gitarre und Gesang vor Publikum performen: Florian Schneider kann beides. Doch wie kam es dazu, dass er sich für das Singen entschieden hat und was hat es auf sich mit den sogenannten «Schangsongs»? Wir haben Florian und sein Hündchen Lola in Eptingen besucht, um seine Geschichte zu erzählen.

Von der Pädagogik zum Sänger

Als Kind war Florian ein «Luusbueb», deshalb wurde er in ein Internat versetzt. «Meinen Englischlehrer, auch ein Liedermacher, konnte ich mit seinem politischen und poetischen Gesinge zwar nicht ganz ernst nehmen, jedoch konnte er ein bisschen Gitarre spielen und hat es mir ebenfalls beigebracht.» Mit den erlernten vier Gitarrenakkorden musizierte Florian von da an täglich und schrieb Texte über alles, was ihm in den Sinn kam.

Als es dann an die Berufswahl ging, wollte er Kleinkinderpädagoge werden und machte darum die Aufnahmeprüfung für das Lehrerseminar. Dabei musste er vorsingen, «als Heilpädagoge muss man ja singen können», sagt Florian und lacht. Direkt danach in den Sologesangsunterricht geschickt mit seiner «engagierten» Stimme, merkte er aber, dass er kein wirkliches Interesse an der Pädagogik hatte, sondern über viel mehr Leidenschaft für das Singen verfügte. Also studierte Florian nach dem «Semi» Gesang und wurde schon nach eineinhalb Jahren in die Abschlussklasse aufgenommen. Danach folgte ein Engagement als Opernsänger in Zürich: Raus ins Abenteuer und die selbst komponierten Lieder hinter sich lassen. «Das waren noch Zeiten», erinnert er sich mit einem Augenzwinkern.

Seine Theaterlaufbahn führte ihn zuerst als lyrischer Tenor an verschiedene Stadttheater und ab 1990 als freischaffender Rocktenor und Musicalsänger auf über dreissig verschiedene Theaterbühnen und an Festivals in ganz Deutschland und der Schweiz. 1995 holte man ihn nach Basel und er konnte in der Hauptrolle als «The Phantom of the Opera» das neu gebaute Musicaltheater Basel eröffnen. Ab 1997 folgten viele weitere Konzerttourneen und Engagements als Charaktersänger in den Uraufführungen neu geschriebener Musicals.
Irgendwann aber packte ihn 2002 die alte Leidenschaft für das Mundartlied und er schrieb wieder neue Songs, gründete eine Band und machte Konzerte mit seiner eigenen Musik. Dem Theater aber, insbesondere dem Musical, blieb er treu bis 2012. Dann brauchte er eine Pause. In dieser Zeit lief ihm der exzellente Geiger Adam Taubitz über den Weg, den er von früher schon kannte und die beiden beschlossen, ein paar gemeinsame Konzerte mit Florians Mundartliedern zu geben. Bei diesen Auftritten spielten sie dem Publikum jeweils regelrecht Tränen in die Augen und merkten so, dass die Chemie zwischen ihnen auf der Bühne stimmte und sie sich optimal ergänzten. Also vergrösserten sie ihr Repertoire und bald war klar: Lieder in der hiesigen Mundart zu singen, das mag das Publikum, das kommt an. «Die Auftritte wurden mehr und mehr und es stellte sich in dieser Nische ein richtig unerwarteter Erfolg ein», sagt Florian. Das war eine ideale Grundlage für die ersten beiden CDs: «Schangsongs» von 2015 und «Schangsongs 2» von 2017.

Stets nah am Publikum

Bei allen seinen Songs geht es um die Reduktion. Passend dazu will Florian vor einem kleinen Publikum die gleiche Intensität erschaffen, wie er sie mit einem Theaterstück oder einem Musical erreicht. Denn dass er vor vielen Leuten bestehen kann, hat er sich selber bereits bewiesen. Darum hörte er nach 30 Jahren mit dem Theaterspielen vorübergehend für eine Weile auf, um sein Projekt mit Adam weiterzuentwickeln. Dass dieses den Namen «Schangsongs» trägt, ist übrigens auf das französische Wort «Chansons» zurückzuführen und spielt darauf an, wie die Baselbieter dieses aussprechen.

Weg vom Theater hin zur Musik

Im nächsten Jahr kehrt Florian zwar wieder auf die grosse Bühne zurück, wenn er als Hauptdarsteller im Knie-Musical auftreten wird. Starten wird dieses anlässlich der Feier zum 100-Jahr-Jubiläum des Circus Knie in Dübendorf am 12. März 2019. Dank dem BLKB-Crowdfunding kann er nun aber auch sein Herzensprojekt vorantreiben und seine dritte CD produzieren. Das erfolgreiche Crowdfunding für Florian Schneider ist ein schönes Bekenntnis der regionalen Bevölkerung zur hiesigen Musikszene, wie wir finden.

Haben auch Sie eine gute Idee, die Sie gerne umsetzen möchten? Wir unterstützen das kulturelle, sportliche und soziale Leben in der Region. Weitere Informationen zum Crowdfunding der BLKB finden Sie hier: https://www.blkb.ch/crowdfunding

Mehr über Florian Schneider

www.florian-schneider.ch
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Valerie Seitz
Social Media & Content Management bei BLKB
Valérie Seitz ist Online Content Managerin bei der BLKB. Sie ist am Puls der sozialen Netzwerke und hält den Blog mit aktuellen Einblicken auf dem Laufenden.

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