Wenn Vorsorge und Steuern gemeinsam tanzen

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Steuern und Vorsorge sind komplexe Themen, die einzeln nicht attraktiv scheinen. Wenn wir die beiden an einer Party anträfen, so tanzten die Steuern unangenehm penetrant im Nacken und die Vorsorge stünde unbeachtet und verloren in der Ecke. Doch lässt man die zwei zusammen tanzen, so sind die beiden beschäftigt und man kann sich wieder unbekümmert der eigenen Party widmen. Generell sind zwei Fakten für das Verständnis der Steuern und deren Abzüge essenziell:

  1. Steuern werden  auf dem Nettoeinkommen (Nettolohn 2 auf dem Lohnausweis) berechnet. Da vom Bruttolohn Einzahlungen in AHV und Pensionskasse gemacht werden.
  2. Wir können gewisse Ausgaben vom Nettoeinkommen abziehen und zahlen somit weniger Steuern. Dazu gehören beispielsweise Verpflegung, Ausbildung, ÖV-Abo, Spenden oder die persönliche Vorsorge.

Damit es nicht beim Herumgetanze bleibt, schauen wir uns das Ganze mit Zahlen an.
In unserem Beispiel wohnt Klaus der Strauss alleine in Therwil (BL), ist konfessionslos und nicht verheiratet. Seine Situation und Budgetplanung sieht so aus:

Angaben Ausgaben (CHF) pro Monat
Name: Klaus Strauss
Geschlecht: M
Jahrgang: 1995
Wohnort: Therwil (BL)
Zivilstand: ledig
Konfession: konfessionslos
Hobbys: rennen, picken
Einkommen CHF: 4‘300 Netto  
Mietzins: 1‘200
Krankenkasse: 500
Essen, Freizeit, Kleider: 650
Nebenkosten, Handy, TV: 270
Sparen Ferien: 600
Auto, ÖV, div. Versicherungen: 300
—————————————–
Übrig: 780

 

780 Franken Überschuss – cool, da gönnt sich Klaus doch gleich mal ein neues Handy oder ein Jetpack. Falsch! Etwas ging vergessen. Die Steuern sollten Teil der Budgetplanung sein und unbedingt eingerechnet werden.

Die Rechnung

Bei einem Nettojahreseinkommen von 55‘900 Franken (4’300 x 13) sind total 7’450.50 Franken Steuern zu bezahlen. Dies macht gerundet 621 Franken pro Monat aus. Die 780 Franken Überschuss decken also die Steuern. Übrig bleiben Klaus dann noch 159 Franken. Wenn Klaus von diesem Restbetrag noch zusätzlich jeden Monat 120 Franken in ein Sparen 3a einzahlt, hat er für das Jahr 1’440 Franken in die dritte Säule eingezahlt. Bei diesem Betrag werden ihm 359 Franken von den direkten Steuern abgezogen.
Die effektive Steuerlast pro Monat beträgt damit 591 statt 621 Franken, die er auf die hohe Kante legen muss. Gleichzeitig tut er seiner Vorsorge etwas Gutes. Je höher der eingezahlte Betrag, desto höher die Steuerersparnis – aber aufgepasst vor falschen Berechnungen: mit steigendem Einkommen steigen auch die Steuern.

Keine Panik auf der Titanic

In Hektik verfallen und den Maximalbetrag einzahlen zu wollen muss nicht sein. Auf das eingezahlte Geld wirken Zinsen, und zu Beginn sollte man sich mit dem Thema vertraut machen, indem man mit kleinen Schritten vorangeht. Sobald es finanziell möglich ist, den Maximalbetrag einzuzahlen, ist es durchaus ratsam, dies zu tun, um die Steuerersparnis mit der Vorsorge ganz auszureizen.
Vielleicht stellt sich noch die Frage, warum denn ausgerechnet die persönliche Vorsorge abgezogen werden kann? Das Geld, das in die dritte Säule eingezahlt wird, kann grundsätzlich nicht vorbezogen werden. Deshalb zählt es vorerst nicht zum steuerbaren Einkommen und wird erst bei Bezug versteuert. Mehr dazu im vorherigen Beitrag.

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Adelina Agnoli
Adelina Agnoli ist on- und offline Gestalterin in der Abteilung «Marketing & Channels» bei der BLKB. Im Blog erklärt sie komplexe Themen ganz einfach und hält uns mit Tipps und Tricks auf dem Laufenden.

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