Pensionskassenausweis – mehr als nur ein Zahlensalat

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Pensionskassenausweis erhalten und gleich ungelesen in einen Ordner verlegen? Bei vielen ist das der Umgang beim Erhalt. Was viele nicht wissen: Dieser Ausweis enthält mehr wichtige Informationen als man denkt.

Jeweils im Frühjahr erwarten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den aktuellen Pensionskassenausweis, welcher sorgfältig studiert werden sollte. Es ist zu beachten, dass bei den jeweiligen Pensionskassen unterschiedliche Begriffe für eigentlich dieselbe Zahl oder Information verwendet wird. So entspricht zum Beispiel der „massgebende Jahreslohn“ dem „gemeldeten Jahreslohn“ sowie auch dem „Bruttojahreslohn“ oder dem „Basissalär“. Zumindest sollten Sie die wichtigsten Informationen und Daten auf deren Richtigkeit überprüfen. Sind zum Beispiel die Personaldaten und persönlichen Informationen nach wie vor korrekt? Entspricht der Bruttojahreslohn auf dem Pensionskassenausweis auch Ihrem vertraglich festgelegten Bruttolohn?

Wichtige Informationen für junge Versicherte

Als junge versicherte Person sollten Sie Ihr Augenmerk in erster Linie auf die Risikoleistungen richten. Diese zeigen auf, welche Leistungen in welcher Form bei einer Invalidität oder im Todesfall für die Hinterbliebenen ausbezahlt werden. Wichtig ist dabei, unter welchen Bedingungen Leistungen fällig werden. Diese Informationen sind im zugehörigen Pensionskassenreglement ersichtlich. Speziell für Versicherte, die in «neuen Lebensformen» wie Patchwork-Familien oder Konkubinaten leben, sind die Bedingungen für die Risikoleistungen nicht ganz einfach festzustellen.

Pensionierung frühzeitig planen

Mit 50 Jahren werden Sie zwar noch eine ganze Weile arbeiten. Dennoch sollten Sie sich frühzeitig mit Ihren Altersleistungen auseinandersetzen. Vielen Versicherten fallen die „prognostizierten Altersleistungen“ auf und man fragt sich, reichen diese später mal aus, um den gewohnten Lebensstandard weiterzuführen. Zuerst sollten Sie sich aber fragen, werden diese Leistungen überhaupt erreichbar sein, weil es sich lediglich um eine Prognose handelt. Optimierungsmöglichkeiten sollten Sie ebenfalls rechtzeitig prüfen. Früher lautete die Faustregel, dass die Renten aus der AHV und der Pensionskasse zusammen 80 Prozent des letzten Lohnes betragen werden. In der heutigen Zeit kann man sich darauf leider nicht mehr verlassen.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, schon heute nachzuschauen, wie hoch Ihr Vorsorgevermögen und daraus Ihre lebenslange Altersrente bei einer ordentlichen Pensionierung ausfallen werden. Bedenken Sie dabei, dass sich die Verzinsung und der Umwandlungssatz bis zum Zeitpunkt Ihrer Pensionierung noch verändern werden.

Finanzielle Folgen einer vorzeitigen Pensionierung abwägen

Die meisten Pensionskassen weisen auf dem Ausweis auch die Leistungen bei einer vorzeitigen Pensionierung aus. Für jedes Jahr, das Sie früher in Pension gehen, reduziert sich grob geschätzt die Pensionskassenrente um 7 bis 10 Prozent – dies aufgrund der fehlenden Sparjahre und des tieferen Umwandlungssatzes, den die Pensionskasse anwendet. Es ist wichtig, diesen Aspekt in die Überlegungen miteinzubeziehen.

Mit Einkaufsmöglichkeiten Steuern sparen

Meistens finden Sie auf dem Pensionskassenausweis auch Informationen über Ihre Einkaufsmöglichkeiten. Diese entstehen zum Beispiel beim Wechsel des Arbeitgebers, bei Lohnerhöhungen oder bei Anpassungen seitens der Pensionskasse.
Mit dem vollständigen oder teilweisen Ausschöpfen der Einkaufsmöglichkeit können Sie Ihre Altersrente erhöhen. Gleichzeitig können Sie damit Steuern sparen. In der Regel können Einkäufe nämlich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Bei einem Einkauf von CHF 10‘000 entsteht so schnell mal ein Steuervorteil von CHF 2000 bis CHF 3000. Um mehrmals von Steuervorteilen profitieren zu können, sollten Sie grössere Einkaufssummen auf mehrere Jahre verteilen.

Trotz des Steuervorteils sollten Sie Einkäufe aber nicht blindlings vornehmen. Vorgängig sollten Sie prüfen, was mit den Einkaufssummen bei Todesfall vor der Pensionierung passiert oder welche Sperr- und Anmeldefristen gelten, wenn Sie bei Pensionierung einen Kapitalbezug vornehmen möchten. Weiter gilt zu beachten, dass allfällige Bezüge für Wohneigentum vor dem steuerlich begünstigten Einkauf zurückzuzahlen und allfällige Freizügigkeitskonten anzurechnen sind.

Fazit

Ein Pensionskassenausweis scheint zwar auf den ersten Blick kompliziert, die gewünschten Informationen zu finden ist aber kein Ding der Unmöglichkeit. Es ist wichtig, sämtliche Fragen und Entscheidungen rund um Ihre Pensionierung gesamtheitlich, langfristig und abgestützt auf Ihre Zukunftspläne zu betrachten. Eine Beratung durch eine Fachspezialistin oder einen Fachspezialisten bewahrt vor unlieben Überraschungen und Fehlentscheidungen.

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Bjoern Cueni
Leiter Finanz- und Vorsorgeplanung
Björn Cueni ist Leiter Finanz- und Vorsorgeplanung und Referent bei den BLKB-Vorsorgeforen. Seit vielen Jahren begleitet er Kundinnen und Kunden auf dem Weg in die Pensionierung. Seine Artikel kommen aus den Bereichen Vorsorge, Pensionierung und Steuern.

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