Zu jung für die eigene Vorsorge?

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Vorsorge, Pensionskasse, dritte Säule – das sind Begriffe, die wir in unserem Alltag noch nicht brauchen. Und wenn wir mal darüber stolpern, herrscht betretenes Schweigen, denn wir haben keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Da beschäftigen wir uns lieber mit Ferien; dafür geben wir ja auch gerne Geld aus.
Nehmen wir doch gleich mal die Ferien als Beispiel, um die persönliche Vorsorge zu erklären: Ein gemütlicher Abend mit Freunden und die Diskussion schweift von der Ausgangs- zur gemeinsamen Ferienplanung ab. Schnell wird klar, dass nicht alle dasselbe Budget zur Verfügung haben, und das Gespräch wird hitziger. Worauf muss ich verzichten? Will ich überhaupt mitgehen, wenn ich die ganze Zeit auf das Geld schauen muss? So sind Ferien schnell mehr Stress als Spass. Insbesondere dann, wenn die Ansprüche mit dem Geld nicht erfüllt werden können. Hier einige Beispiele, wie Erwartungen und Realität auseinanderklaffen können:

Kann man da überhaupt noch von Ferien sprechen?

Stellen wir uns nun vor, wir müssten bis ins hohe Alter jeden Tag schauen, was wir uns leisten können. Damit dieses Risiko gesenkt wird, gibt es in der Schweiz drei Säulen zur Vorsorge. Die staatliche Vorsorge (AHV) und die berufliche Vorsorge (Pensionskasse) werden, während wir arbeiten, durch obligatorische Lohnabzüge laufend gespeist. Oftmals reichen diese zwei Säulen aber nicht aus, um im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Wir müssen deshalb zusätzlich selbst Geld zur Seite legen. Das klingt vorerst mal unattraktiv.

Es gibt aber gute Gründe, warum wir uns trotzdem bereits jetzt mit den Themen Sparen und Vorsorge befassen sollten – spätestens dann, wenn wir nicht mehr bei unseren Eltern wohnen oder genug Geld verdienen, um Steuern zu zahlen. Interessant und eventuell schmerzhaft wird es nämlich, wenn wir schwarz auf weiss unsere Steuern ausrechnen. Dies könnt ihr übrigens hier tun:

Steuerrechner BL
Steuerrechner BS
Steuerrechner SO

Sollte euch der angegebene Betrag schmerzen, geht es euch nicht anders wie mir. Es gibt aber unterschiedliche Arten von Abzügen, die wir tätigen können. Dazu gehört auch die persönliche Vorsorge. Mit der dritten Säule lassen sich nämlich gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen: Wir können das eingezahlte Geld von unserem steuerbaren Einkommen abziehen und damit Steuern sparen. Gleichzeitig sparen wir langfristig für das Leben nach der Arbeit. Dieses mag zwar noch in ferner Zukunft liegen, doch lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Sparen 3a – Was ist das?

Anders als bei normalen Sparkonten ist das Geld auf einem Konto Sparen 3a eingefroren. Knapp bei Kasse und schnell noch CHF 2000.- für die Ferien abheben? Das geht leider nicht. Nur in wenigen Ausnahmefällen, von denen wir in unserem Alter tendenziell noch nicht betroffen sind (z.B. Kauf von selbst bewohntem Wohneigentum, Selbstständigkeit), können wir unser Geld vorbeziehen. Pro Jahr können wir als Angestellte/r eine Maximalsumme von aktuell 6768.- Franken einzahlen. Auch wenn wir uns das teilweise jetzt noch nicht leisten können, bringen uns schon 120 Franken pro Monat eine Steuervergünstigung. Die dritte Säule wird während der ganzen Zeit verzinst und kann nach der Pensionierung bezogen werden.

Vorteile des Konto Sparen 3a

  • Der eingezahlte Betrag kann vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
  • Das Geld kann grundsätzlich nicht vorbezogen werden. Nur spezifische Umstände, wie z.B. der Kauf von selbst bewohntem Wohneigentum, Selbstständigkeit (Firmengründung) oder der definitive Wegzug aus der Schweiz, können einen vorzeitigen Bezug erlauben.
  • Früh einzahlen lohnt sich. Weil pro Jahr nur ein Maximalbetrag überwiesen werden kann, sollte man früh mit dem Einzahlen beginnen. Im Alter lassen sich versäumte Jahre nicht mehr nachholen.
  • Es muss nicht der Maximalbetrag eingezahlt werden, um Steuern zu sparen oder etwas für seine Vorsorge zu tun.
  • Es lassen sich mehrere Konten eröffnen. Weil das Vermögen auf dem Konto auf einmal vollständig bezogen werden muss, lässt sich die Auszahlung mit mehreren Konten staffeln. So ist es beispielsweise steuertechnisch günstiger, innerhalb von  drei Jahren zwei Konten à 50‘000.- Franken zu beziehen statt 100’000.- Franken von einem einzelnen Konto. Auch bei mehreren Konten sind die Einzahlungen an den Maximalbetrag gebunden. Aufgrund des Zinses empfiehlt es sich, nach Erreichung des ersten Sparzieles (z.B. 50‘000.- Franken) ein zweites Konto zu eröffnen und auf dieses einzuzahlen.

Mit der dritten Säule können wir in jungen Jahren Steuern sparen und im Alter unseren Standard wahren – so wie Ramona und Yannick.

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Adelina Agnoli
Adelina Agnoli ist on- und offline Gestalterin in der Abteilung «Marketing & Channels» bei der BLKB. Im Blog erklärt sie komplexe Themen ganz einfach und hält uns mit Tipps und Tricks auf dem Laufenden.

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