Ehevertrag, Vorsorgeauftrag, Testament: Der richtige Aufbewahrungsort

4
14
5

Ehe- und Erbvertrag, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung, Testament sind wichtige Dokumente, die gut aufbewahrt werden wollen. Verschaffen Sie sich einen Überblick:

1. Testamente, Ehe- und Erbverträge

Handschriftliche oder notariell beurkundete Testamente werden am besten auf dem zuständigen Erbschaftsamt hinterlegt. Dasselbe gilt für Ehe- und Erbverträge. Achtung: Die Hinterlegung ist kostenpflichtig. Bei einem Todesfall kontrolliert das zuständige Erbschaftsamt, ob eine letztwillige Anordnung hinterlegt ist. Es ist davon abzuraten, das Testament zuhause aufzubewahren, denn bei Verlust ist es unwiderruflich verloren.

2. Vorsorgeauftrag

Wenn man selbst nicht mehr entscheiden kann, regelt der Vorsorgeauftrag die Bevollmächtigung. Um sicherzustellen , dass die Angehörigen die eigenen Angelegenheiten erledigen können und keine Massnahmen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) nötig werden, braucht es einen Vorsorgeauftrag. Dieser kann entweder handschriftlich verfasst (analog dem Testament) oder durch einen Notar öffentlich beurkundet werden. Die Wirkung ist dieselbe. Hat man einen Ehepartner und/oder Kinder, wird empfohlen, das Original zu Hause aufzubewahren, den Kindern eine Kopie auszuhändigen und ihnen den Aufbewahrungsort mitzuteilen. Seit 2017 haben Sie die Möglichkeit, den Vorsorgeauftrag auf dem Erbschaftsamt Basel-Landschaft gegen eine Gebühr zu hinterlegen.Hinterlegen Sie den Vorsorgeauftrag selbst, müssen Sie diesen in einem verschlossenen Couvert, mit Ihren Personalien beschriftet, abgeben und dabei einen gültigen Ausweis vorzeigen. Die Bewohner des Kantons Basel-Stadt haben die Möglichkeit, den Vorsorgeauftrag bei der KESB zu hinterlegen.

Patientenverfügung

Welche medizinischen Massnahmen Sie in der letzten Lebensphase wünschen, können Sie mit der Patientenverfügung bestimmen. Viele Vorlagen enthalten ferner die Möglichkeit, über Organspenden und die eigene Bestattung zu entscheiden. Die Patientenverfügung bedarf keiner qualifizierten Form, muss jedoch schriftlich abgefasst, datiert und unterschrieben sein.
Online finden Sie diverse Vorlagen. Explizit gefragt nach einer Patientenverfügung werden Sie vor Operationen. In einer für Sie lebensbedrohlichen Situation, in der Sie sich nicht mehr selbst äussern können, werden Ihre Angehörigen angefragt. Eigentlich sollten Sie die Patientenverfügung stets auf sich tragen. Da dies etwas umständlich ist, empfiehlt es sich, im Portemonnaie einen schriftlichen Hinweis auf eine bestehende Patientenverfügung mit sich zu tragen. Sie können das Original zu Hause behalten und Ihren Angehörigen respektive Ihrem Hausarzt den Aufbewahrungsort mitteilen. Ausserdem können in der Nordwestschweiz wohnhafte Personen die Patientenverfügung auch bei der Stiftung Medizinische Notrufzentrale MNZ in Basel hinterlegen.

3. Weitere Dokumente

Möchten Sie einer Person den Zugriff auf Ihr Bankkonto erteilen, müssen Sie eine entsprechende Bankvollmacht ausfüllen und bei Ihrer Bank abgeben. Eine Bankvollmacht ist dann sinnvoll, wenn Sie längere Zeit verreisen oder einen längeren Spital- oder Reha-Aufenthalt vor sich haben.
Haben Sie besondere Wünsche, wie Sie bestattet werden wollen, können Sie dies mittels eines Bestattungsformulars festhalten. In der Regel verfügt jede grössere Gemeinde über ein entsprechendes Formular, das oftmals digital abgerufen werden kann. Das ausgefüllte Formular können Sie bei Ihrer Wohnsitzgemeinde hinterlegen.
Auch wenn diese Themen emotional fordernd sind, ist es empfehlenswert, sich darüber Gedanken zu machen. In sehr schwierigen Situationen können so Entscheidungen der Angehörigen erleichtert werden.
Bei Fragen zur Abfassung eines Testaments oder eines Vorsorgeauftrags helfen unsere
Nachlassberater und -beraterinnen gerne weiter.
14
5
Teilen.
Cornelia Waldner
Leiterin Nachlassplanung bei BLKB
Cornelia Waldner ist Juristin und Leiterin Nachlassplanung bei der BLKB. Seit vielen Jahren berät sie Kundinnen und Kunden zu den Themen Ehe- und Erbvertrag, Testament, Schenkung, Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung.

4 Kommentare

  1. Avatar

    Mann kennt es ja zu gut vom Fernsehen. Immer diese Streits ums Testament. Daher verstehe ich das gut, dass man das Testament zuhause aufzubewahren sollte. Echt ein sehr hilfreicher Blog Post. Danke an CORNELIA WALDNER

    0

    0
  2. Avatar

    Testamente, Ehe- und Erbverträge würde ich in einem Safe zu Hause vergraben. So, dass es keiner Findet am besten. Haha, das würde kein Sinn machen. Schön, dass es ein Amt für so etwas gibt. Eigentlich wäre auch eine Website super genial. Danke für die Infos

    0

    0
  3. Avatar

    Hallo, Leo. Ich habe schon oft davon gehört, dass viele Menschen so eine Website haben möchten. Allerdings wurde das aufgrund von ein paar Gesetzen nicht für Möglich gehalten. Die Sache mit dem Safe hatte ich auch einmal überlegt, aber da ist eben die Wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass sie den Schlüssel finden sollten. Danke für den lustigen Kommentar!

    0

    0
  4. Avatar

    Interessant zu wissen, dass handschriftliche Testamente am Besten auf dem Erbschaftsamt hinterlegt werden sollten. Ich denke es ist immer gut ein Testament anzufertigen, da man nie weiß, ob einem irgendetwas zustößt. Da ich aber nie genau wusste, wie genau man ein Testament schreibt. Habe ich es auch nie getan. Danke für die Informationen!

    0

    0

Eine Antwort geben