Lieber zu früh als zu spät an die Pensionierung denken

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Die Reform Altersvorsorge 2020 wurde im September vom Volk und den Ständen abgelehnt. Die gesetzlichen Grundlagen der AHV und beruflichen Vorsorge erfahren somit vorerst keine Veränderungen. Dass die demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unseres Vorsorgesystems bestehen bleiben, ist aber unbestritten. Auch unbestritten ist die Tatsache, dass nun dringend neue Reformvorschläge notwendig sind, um die Altersvorsorge zu stabilisieren und langfristig zu sichern.

Private Vorsorge wird wichtiger

Die Altersvorsorge steht somit weiterhin vor grossen Problemstellungen. Es ist auch anzunehmen, dass mit der steigenden Lebenserwartung viele zukünftige Rentner mit tieferen Altersrenten rechnen müssen. Umso wichtiger wird die private Vorsorge, damit Sie Ihre finanzielle Zukunft selbst mitbestimmen können.

Die Altersvorsorge in der Schweiz beruht auf dem 3-Säulen-Modell. Die dritte Säule steht für die Möglichkeiten und die Verantwortung des Einzelnen, die eigene Situation zu optimieren. Die Idee, den Lebensstandard aus dem Erwerbsleben mit Leistungen aus den ersten beiden Säulen ins Pensionsalter mitnehmen zu können, ist unrealistisch. Wer einfach annimmt, dass es dann schon gut wird, ist schlecht beraten.

Frühzeitig ein Budget erstellen

Je früher man sich mit der eigenen Situation im Alter beschäftigt, desto besser. Es ist empfehlenswert, das Thema bereits ab dem 50. Altersjahr konkret aufzunehmen. Auch beim Erwerb eines Eigenheims ist es ratsam, ein Augenmerk auf die Zeit nach der Pensionierung zu richten. Fragen wie Amortisation, Tragbarkeit im Alter oder Einsatz von Eigenmitteln (Wohneigentumsförderung) aus der 2. Säule stehen hier im Mittelpunkt.

Die Frage ist selbstverständlich, wie viel Vorsorgevermögen während des Erwerbslebens überhaupt angespart werden kann. Um dies herauszufinden, muss ein Budget erstellt werden. Es gibt Einkommenslagen, Lebensphasen (z.B. Familiengründung) und Umstände (z.B. Trennung/Scheidung), in denen es tatsächlich schwierig bis unmöglich ist, zusätzlich fürs Alter zu sparen.

Es ist deshalb empfehlenswert, die Altersvorsorge bereits in jungen Jahren ins Auge zu fassen, weil die Wirkung dadurch grösser ist und mehr Zeit zur Umsetzung bleibt. So können Phasen, in denen nichts gespart werden kann, besser aufgefangen werden – auch wenn monatlich nur kleine Beträge beiseite gelegt werden. Grundlage dafür ist ein realistisches Budget mit Sparquote. So kann die Situation im Alter durch klassisches Sparen erheblich verbessert werden.

Beratung durch Fachperson lohnt sich

Eine seriöse Beratung durch ausgewiesene Fachleute, in Form einer Finanz- und Vorsorgeplanung, lohnt sich in jedem Fall, auch wenn diese kostenpflichtig ist. Es geht darum herauszufinden, wie Ihre Ziele und Wünsche aussehen und welche Strategie zum Erfolg führt. Dabei sind steuerlichen und rechtlichen Faktoren ebenfalls Rechnung zu tragen.

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Martin Voléry
Leiter Financial Planning bei BLKB
Martin Voléry ist Mitglied der Direktion, Leiter Financial Planning bei der BLKB und Referent am Vorsorgeforum. Er ist Ratgeber wenn die Pensionierung näher rückt oder die Steuerlast wächst.

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