Der Swiss Market Index auf dem Prüfstand

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Wir befinden uns bereits im Schlussspurt für das Anlagejahr 2017. Bisher erfreut die Wertentwicklung der globalen Aktienmärkte die Anleger. Dies gilt auch für die Schweiz: Der Swiss Market Index konnte eine Gesamtrendite von über 15% erzielen. Der Schweizer Leitindex gilt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 24 jedoch als vergleichsweise teuer. Die Titelselektion wird in den kommenden Monaten demnach der Schlüssel für eine gute Kursperformance sein, denn der Gesamtmarkt hat teilweise bereits viele positive Entwicklungen vorweggenommen.

Neuzugänge vorneweg

Innerhalb des SMI variiert die Performance stark. Das Schlusslicht im SMI bilden Roche und Swiss Re, die nur unter Berücksichtigung der Dividendenzahlung in den positiven Performancebereich vorstossen. Am besten abgeschlossen haben bisher die beiden Index-Neuzugänge vom Mai diesen Jahres, Lonza und Sika. Sika ersetzte die von ChemChina übernommene Syngenta, und Lonza konnte den durch die Akquisition von Actelion durch Johnson & Johnson frei werdenden Platz im SMI einnehmen. Lonza schwingt mit einer Gesamtrendite von über 60% obenauf, gefolgt von Sika, die über 50% Rendite generieren konnte. Mit dem vorgelegten Kurssprung von Lonza und Sika sind die beiden Aktien jedoch übermässig teuer, und es ist bereits sehr viel Positives im Preis eingerechnet, was die künftigen Renditechancen schmälert und Rückschlagspotenzial birgt.

Schwergewichte beschränkt attraktiv

Bei einer Investition in den Schweizer Markt bleiben – wie gehabt – drei Gesellschaften im Fokus: Nestlé, Novartis und Roche. Denn auch nachdem die Schweizer Börse in diesem Jahr das Maximalgewicht eines SMI-Titels auf 18% beschränkt hat, wird die Performance der dreien die Entwicklung des SMI signifikant beeinflussen. Von den als defensiv geltenden Schwergewichten dürfte Novartis am meisten Potenzial aufweisen. Bei Nestlé ist bereits viel Phantasie für Portfoliooptimierungen unter dem neuen CEO im Kurs enthalten, und Roche sieht sich im nächsten Jahr der grossen Herausforderung von wichtigen Patentabläufen gegenübergestellt. Dagegen könnten bei Novartis der im dritten Quartal angedeutete Turnaround von Alcon und die attraktive Pipeline bei äusserst tiefen Erwartungen eine positive Kursentwicklung nach sich ziehen.

Zykliker bieten Opportunitäten

Äussert attraktives Kurspotenzial ist bei konjunktursensitiven Geschäftsfeldern oder Unternehmen, die sich mit globalen Megatrends wie künstliche Intelligenz oder Robotik beschäftigen, zu finden. Im SMI liegt in dieser Hinsicht am meisten Kurshoffnung in den Zyklikern Adecco und LafargeHolcim oder beim Industriekonzern ABB. Alle drei bekundeten in der Vergangenheit Mühe, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, und bergen angesichts der global breit abgestützten Konjunkturerholung attraktives Kurspotenzial, auch über das nahende Jahresende hinaus.

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Fabienne Erni, CFA
Leiterin Investment Research bei Basellandschaftliche Kantonalbank
Fabienne Erni ist Leiterin Investment Research bei der BLKB. Sie ist spezialisiert auf die Beurteilung von aktuellen makroökonomischen Entwicklungen und die Analyse von Aktien.

1 Kommentar

  1. Die Welt verändert sich ständig. Man kann es auch so sehen bei der BLKB. Natürlich beobachte ich alles ganz genau. Verdanke auch dieser Bank sehr viel. Dies nur nebenbei.

    Ich gestehe, dass ich hier noch auf dem Laufenden bin. Kein Problem für mich das E-Banking.

    Nur dies darf ich schon sagen, dass ich so einiges zu hören bekomme von älteren Leuten, dass ich auch einmal einer von Euch gewesen bin. ÄNDERUNGEN hat es auf dieser Welt immer gegeben. Wichtig ist nur dies, dass es nicht nur jung so versteht, sondern auch die ältere Generation. Keine Widerrede, es gibt auch ältere Semester, die kein Probleme haben. Nur eben, alles braucht halt seine ZEIT.

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