Hightech in der Krebsbekämpfung

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Diesen Sommer hat die Pharmabranche durch Erfolge bei neuen Therapien Schub erhalten. Zwei Technologien beziehungsweise deren Kombination stehen dabei im Vordergrund: die Immun- und die Zelltherapie. Im Falle der Kombination werden körpereigene Immunzellen gentechnisch verändert und wieder in den Patienten implantiert, damit sie ihre programmierte Wirkung entfalten können. Die Behandlung ist deutlich verträglicher als zum Beispiel eine Chemotherapie gegen Krebs. Daneben gibt es weitere vielversprechende Ansätze in der Immuntherapie, wie beispielsweise der Einsatz von Antikörpern, die das Immunsystem gegen den Krebs anregen.

Schweizer Pharma vorne dabei

Ende August erhielt Novartis als erstes Pharmaunternehmen von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für eine neue Krebstherapie (Kymriah) gegen akute lymphatische Leukämie bei Kindern und Jugendlichen. In der Zulassungsstudie konnte bei sensationellen 83% der Patienten eine Heilung erreicht werden. Im Juni erst gab es ebenfalls positive Resultate einer Phase 2-Studie von Novartis für eine Immuntherapie gegen Blutkrebs. Mit dem Medikament Tecentriq ist auch Roche im Immuntherapie-Bereich tätig. Trotz eines Dämpfers der ersten Studienresultate ist das Gebiet einer der Hoffnungsträger des Unternehmens. Gleichzeitig ist Roche auch Trittbrettfahrer; so wird zum Beispiel das Arthritis-Medikament Actemra zur Behandlung der Nebenwirkungen von gewissen Immuntherapien empfohlen.

Viel Konkurrenz und auch Misserfolge

In der Immuntherapie ebenfalls führend und eigentliche Pioniere sind die US-amerikanischen Merck&Co und Bristol-Myers Squibb. Konkurrenz kommt neu auch vom US-Biotechunternehmen Gilead, das angekündigt hat, den Immunonkologie-Spezialisten Kite Pharma zu übernehmen. Insgesamt laufen zurzeit weltweit rund 1500 klinische Studien mit immuntherapeutischen Wirkstoffkandidaten. Trotz dieses grossen Aufwands gibt es aber nicht nur Erfolge zu verzeichnen. So musste biespielsweise der britische Pharmakonzern AstraZeneca, der viel in die Immuntherapie investiert, einen Rückschlag einstecken. Ende Juli gab es negative Resultate einer Studie zu einer Immuntherapie gegen Lungenkrebs.

Immuntherapie erreicht Meilensteine

Dennoch fördert der Konkurrenzkampf der Pharmaunternehmen um den Spitzenplatz die Innovationsgeschwindigkeit. Rückschläge und unerwartete Nebenwirkungen sind dabei absolut normal bei der Weiterentwicklung von medizinischen Innovationen. Bei der Immuntherapie wurden nun aber wichtige Fortschritte erzielt. Sie ist einer der interessantesten Wachstumsbereiche in der Pharmabranche. Aktieninvestoren haben über Schweizer Unternehmen die Möglichkeit zu partizipieren. Dabei gefällt insbesondere Novartis. Sie hat in der Immuntherapie deutliche Fortschritte erzielt und ist gleichzeitig breit diversifiziert. Der neue CEO bringt auf jeden Fall entsprechendes Know-how mit, da er vorher globaler Leiter der Medikamentenentwicklung war.

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Andreas Holzer on Linkedin
Andreas Holzer
Finanzanalyst bei BLKB
Andreas Holzer ist Analyst im Investment Center der BLKB. Er ist Spezialist für Nachhaltiges Investieren, das heisst die Beurteilung von Umwelt-, Sozial- und Governanceaspekten und die Erarbeitung von entsprechenden Anlagelösungen.

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