Ein gutes Aktienjahr

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2017 ist bisher ein gutes Aktienjahr. Der globale Aktienindex MSCI World konnte in US-Dollar gerechnet eine Gesamtperformance – also inklusive Dividendenrendite – von über 12 Prozent erzielen. Aktien profitieren von der breit abgestützten Konjunkturerholung und der weiterhin expansiven Geldpolitik. Die genauere Betrachtung zeigt jedoch, dass sich in Bezug auf die Sektorentwicklung die Spreu vom Weizen trennt.

Energie hinkt hinterher

Klarer Verlierer ist der Energiesektor. Trotz der Drosselung der Fördermenge seitens der OPEC konnte sich der Ölpreis nicht erholen. Im Gegenteil: Seit Jahresbeginn hat der Preis für das schwarze Gold rund 10 Prozent an Wert verloren. Dies ist kein gutes Omen für die Energiebranche. Als Folge der Stabilisierungsversuche der OPEC haben die Ölmultis damit gerechnet, dass sich der gebeutelte Ölpreis weiter erholt und sie ihre Profitabilität damit erhöhen können. Dem war nicht so und entsprechend verzeichnet die Energiebranche eine negative Performance von annähernd 10 Prozent. Es ist damit der einzige Sektor, welcher Investoren Verluste beschert hat. Der tiefe Ölpreis ist jedoch nicht der einzige Faktor, welcher auf die Kursentwicklung drückt. Das Geschäftsmodell bleibt aufgrund der weiter voranschreitenden Energiewende auch bei höheren Preisen unter Druck, was die Anleger abstrafen.

IT mit Innovationsschub

Im Gegensatz dazu geht bisher die IT-Branche als klarer Gewinner aus dem Rennen. Der globalen Sektor bot den Investoren eine Gesamtperformance von über 24 Prozent. Dafür gibt es diverse Gründe; die treibende Kraft hinter der guten Entwicklung bleibt jedoch der Innovationsschub. Themen wie Big Data, Künstliche Intelligenz und Cloud Computing schüren die Wachstumsphantasien und lassen die Kurse von IT-Gesellschaften in die Höhe schiessen. An vorderster Front sind die FANGs – Facebook, Amazon, Netflix und die Alphabet-Tochter Google.

Auf welches Pferdchen setzen?

Natürlich können in kurzer Frist diverse Faktoren für die weitere Sektorentwicklung eine Rolle spielen. Für längerfristige Anlagen ist es jedoch unumgänglich, die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells zu prüfen und die Innovationskraft eines Sektors als Investitionsargument in die Waagschale zu werfen. Branchen, welche von den global vorherrschenden Megatrends profitieren, wie zurzeit die IT-Branche mit autonomem Fahren, der Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge, dürften weiter Rückenwind an den Aktienmärkten erhalten. Dagegen dürften Sektoren, deren Geschäftsmodelle durch neue Trends in Gefahr geraten, weiterhin Mühe haben. Um das Rennen zu gewinnen, gilt es, auch innerhalb jedes Sektors jene innovativen Unternehmen zu identifizieren, welche die genannten Trends frühzeitig antizipieren und in eine Geschäftsstrategie mit nachhaltigem Gewinnpotenzial ummünzen können.

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Fabienne Erni, CFA
Leiterin Investment Research bei Basellandschaftliche Kantonalbank
Fabienne Erni ist Leiterin Investment Research bei der BLKB. Sie ist spezialisiert auf die Beurteilung von aktuellen makroökonomischen Entwicklungen und die Analyse von Aktien.

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