Die Vorteile von Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

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Wer sorgt für Sie, wenn Sie es selber nicht mehr können? Mit der Patientenverfügung und dem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie, wie Sie in kritischen Situationen behandelt werden möchten und nehmen Ihren Angehörigen die Entscheidungsfindung ab. Ein Beispiel, welche die Vorteile beider Dokumente aufzeigt:

Ein schöner Frühlingstag. Und plötzlich steht die Welt still.

Stellen Sie sich vor, Sie werden von einem Auto angefahren und kommen bewusstlos ins Spital. Bezüglich Ihrer medizinischen Behandlung hätten Sie besondere Wünsche. Die behandelnden Ärzte und Ihre nächsten Angehörigen kennen diese allerdings nicht. Eine Patientenverfügung vermag hier Abhilfe schaffen: In ihr können Sie festhalten, welche medizinischen Massnahmen Sie wünschen und welche nicht. Zum Beispiel können Sie bestimmen, ob Sie in medizinisch wenig Hoffnung versprechenden Situationen reanimiert werden wollen. Ferner können Sie eine Person Ihres Vertrauens benennen, die Sie und Ihre Wünsche kennt und die Ärzteschaft darüber aufklären kann.

Haben Sie keine Patientenverfügung und ist der behandelnde Arzt unsicher, wie vorzugehen ist, werden – in dieser Reihenfolge – folgende Personen angefragt:

  1. Beistand
  2. Ehepartner oder eingetragener Partner
  3. Person aus demselben Haushalt
  4. Nachkommen oder Eltern
  5. Geschwister

Im Internet finden Sie verschiedene Vorlagen. Suchen Sie diejenige aus, die Ihnen entspricht. Sind Sie unsicher, wie das Formular auszufüllen ist, fragen Sie Ihren Hausarzt. Das datierte und unterschriebene Formular können Sie entweder zu Hause aufbewahren oder das Bestehen und den Hinterlegungsort einer Patientenverfügung auf Ihrer Versichertenkarte registrieren lassen (je nach Krankenkasse). In der Region Basel besteht ferner die Möglichkeit, die Patientenverfügung bei der Stiftung medizinische Notrufzentrale Basel, zu hinterlegen.

SelbstbestimmungNehmen wir an, Sie erleiden einen derart schlimmen Unfall, dass Sie nicht mehr aufwachen. In diesem Fall muss die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) tätig werden und für Sie sorgen. In der Regel wird sie einen Beistand einsetzen. Selbst als Ehepartner darf man nicht alles im Namen des anderen unterschreiben. Ist Ihnen wichtig, dass ein Angehöri­ger zu Ihnen schaut und für Sie entscheidet, müssen Sie dies mit einem Vorsorgeauftrag regeln. Zwingend erforderlich ist, dass Sie diesen entweder von Hand schreiben (analog einem handschriftlichen Testament) oder öffentlich beurkunden lassen. Bitte überlegen Sie sich, wem Sie diese Aufgabe anvertrauen wollen und setzen Sie eine Ersatzperson ein. Bedenken Sie, dass bei mehreren Kindern eventuell Diskussionen entstehen. Aufbewahren können Sie den Vorsorgeauftrag entweder zu Hause oder seit dem 1. Januar 2017 auf dem Kantonalen Erbschaftsamt in Arlesheim für Baselbieter und bei der KESB in Basel für Basler.

Vorsorgeanlass «Selbstbestimmung im Alter»

Lieber früh an später denken: Am 24. Oktober 2017 führen wir einen Vorsorgeanlass zum Thema «Selbstbestimmung im Alter» durch. Auch dort werden Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag thematisiert und es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Senden Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Adresse an events@blkb.ch, um Ihre persönliche Einladung zu erhalten.

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Cornelia Waldner
Cornelia Waldner ist Leiterin Nachlassplanung bei der BLKB und schreibt hier über das Thema Financial Planning.

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