Harmonisierung des Zahlungsverkehrs: Baselbieter Unternehmen bereiten sich vor

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Wie in den vergangenen Jahren hat die BLKB auch dieses Jahr zusammen mit dem BAKBASEL eine Umfrage unter den Baselbieter Unternehmen durchgeführt. Spezialthema der diesjährigen Wirtschaftsumfrage war die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs: Wo sehen Firmen in der Region die Vorteile des harmonisierten Zahlungsverkehrs? Wie weit sind sie auf die grossen Veränderungen vorbereitet und haben sie bereits Massnahmen entwickelt?

Kleinere Unternehmen profitieren weniger

Gut die Hälfte der befragten Unternehmen im Kanton Basel-Landschaft (58%) sehen in der Migration auf ISO 20022 keine Vorteile für ihre Zahlungsverkehrsprozesse. Der Grund dafür dürfte in der Firmengrösse liegen: Zwei Drittel der befragten Unternehmen beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. Kleine Unternehmen haben oftmals bereits effiziente Prozesse implementiert und profitieren deshalb nicht in gleichem Masse von der Harmonisierung. Die Kosten, welche mit der Umstellung verbunden sind, sind zudem relativ gesehen höher als bei grösseren Unternehmen.

Effizienzgewinne für grössere Unternehmen

Vor allem grössere Betriebe, welche relativ stark von ihren Handlungsbeziehungen im Ausland abhängen, dürften dagegen von der Harmonisierung des Zahlungsverkehrs profitieren. So erwarten 42% der befragten Unternehmen im Kanton Basel-Landschaft einen wirtschaftlichen Nutzen aus der Umstellung auf ISO 20022. Aufgrund des höheren Automatisierungsgrades und des geringeren Aufwandes dürften sich Effizienzgewinne und Kostenersparnisse in der Buchhaltung ergeben.

Handlung erforderlich

In Bezug auf Vorbereitungsmassnahmen sehen 58% der befragten Unternehmen generell keinen Handlungsbedarf. Einzig die exportorientierten Unternehmen haben sich bereits intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt. In Anbetracht der weitreichenden Änderungen in Zusammenhang mit der Harmonisierung besteht folglich Handlungsbedarf.

Die Migration auf ISO 20022 ist nebst Chancen auch mit gewissen Herausforderungen für die Unternehmen verbunden. Während kleinere Unternehmen in der Regel eine Standard-Software einsetzen und deshalb weniger IT-Aufwand haben dürften, ist die Umstellung insbesondere für grössere Unternehmen mit individuellen IT-Systemen mit umfangreicheren Anpassungen verbunden.

Interne Schulungen und externe IT-Beratung beliebt

Unternehmen bereiten sich mit unterschiedlichen Massnahmen auf die Umstellung vor. Während kleinere Unternehmen eher auf Mitarbeiterschulungen setzen, kaufen grössere Unternehmen vielfach externe Beratung ein und investieren in neue Software. Nur etwa 4% der befragten Unternehmen entscheiden sich, ihre Zahlungsverkehrsprozesse auszulagern.

Der detaillierte Bericht erscheint im Mai unter dem Titel «Perspektiven Basel-Landschaft» als PDF-Download auf blkb.ch und als gedruckte Publikation.

«Perspektiven Basel-Landschaft» ist eine Publikation der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region. Die Publikation wird jedes Jahr in Zusammenarbeit mit BAKBASEL erstellt. Sie besteht aus einer Umfrage unter den Baselbieter Unternehmen und detaillierten Wirtschaftsdaten und Prognosen zur Region.

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Daniel Brändlin on Linkedin
Daniel Brändlin
ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung bei BLKB
Daniel Brändlin ist ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung der BLKB. Er leitete sieben Jahre den Geschäftsbereich Firmen & Kredite. Er hat in dieser Zeit massgeblich zur erfolgreichen Positionierung der BLKB bei den KMU in der Region und in der breiten Öffentlichkeit beigetragen.

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