Steuererklärung: Tipps zum Ausfüllen und Steuern Sparen

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Kaum hat das neue Jahr begonnen, lässt die Steuererklärung nicht lange auf sich warten. Die Steuerverwaltung Baselland stellt die Formulare jeweils Anfang Februar zu und erwartet sie bis am 31. März ausgefüllt zurück. Die Frist zur Abgabe der Steuererklärung lässt sich kostenlos bis 31. Mai verlängern.

Was gilt es bei der Steuererklärung 2016 zu beachten? Wir machen es Ihnen leichter und haben wichtige Tipps für Sie zusammengestellt:

Pendlerabzüge sind begrenzt

Das Stimmvolk hat am 9. Februar 2014 die Abstimmungsvorlage FABI (Finanzierung und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur) angenommen und damit die steuerliche Begrenzung des Pendlerabzuges eingeführt. Welche Abzugslimiten gelten nun ab wann?

  • Kanton BL: CHF 6‘000 ab 1.1.2017
  • Kanton BS: CHF 3‘000 ab 1.1.2016
  • Kanton AG: CHF 7‘000 ab 1.1.2017
  • Kanton SO: Keine Begrenzung
  • Bund: CHF 3‘000 ab 1.1.2016

Mit Ausnahme des Kantons Basel-Stadt und der Direkten Bundessteuer treten die Änderungen in der Region also erst per 1.1.2017 in Kraft. Insbesondere bei Geschäftsfahrzeugen und bei der Steuerpflicht in verschiedenen Kantonen ist es ratsam, die persönliche Situation genau zu prüfen.

Das Vermögensverzeichnis ist kein Steuerausweis

Das Vermögensverzeichnis Ihrer Bank zeigt die Vermögenssituation per Ende Jahr und weist weder die im jeweiligen Kanton geltenden Steuerwerte (z.B. Sonderkurse BL) noch die steuerpflichtigen Erträge, Transaktionen oder abzugsfähigen Gebühren aus. Für die Zusammenstellung der Steuerwerte und Erträge Ihrer Wertschriften haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Entweder werden die Positionen einzeln anhand des Vermögensverzeichnisses, der Coupons- und Börsenabrechnungen aufgelistet
  • oder Sie bestellen bei Ihrer Bank ein Steuerverzeichnis. Dieses umfasst sämtliche steuerrelevanten Daten und weist in der Regel auch die abzugsfähigen Gebühren aus. BLKB-Steuerverzeichnis.

Steuererklärungssoftware EasyTax

Seit einigen Jahren kann die Steuerklärung elektronisch ausgefüllt werden. Im Baselbiet erfolgt dies mittels der Software EasyTax. Sie steht zum Download bereit. Nach Installation werden Sie innerhalb des Programms Punkt für Punkt durch die gesamte Steuererklärung geführt. Zudem ist die Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung hinterlegt, was die korrekte Deklaration Ihrer Wertschriften (ohne Steuerverzeichnis) wesentlich erleichtert.

Unterhalt und Reparaturen bei Liegenschaften

Seit dem Wegfall der Dumont-Praxis im Jahr 2010 sind Liegenschaftsunterhaltskosten auch kurz nach Erwerb einer Immobilie abzugsfähig. Denken Sie bei der Deklaration von effektiven Kosten auch an die jährlichen Ausgaben wie Gebäudeversicherungsprämien, Kaminfeger, Service-Abos etc.

Falls Sie im Jahr 2016 keine oder nur geringe Auslagen hatten, können Sie pauschale Unterhaltskosten geltend machen. Wichtig: Sie haben jedes Jahr die Möglichkeit, zwischen den effektiven und den pauschalen Kosten zu wählen.

Der Kanton Basel-Landschaft hat die Pauschalabzüge für das Jahr 2016 vor allem bei jüngeren Gebäuden deutlich nach unten angepasst, es gelten neu folgende Ansätze:

  • Gebäude ab dem 1.1.2007 erstellt: Staatssteuer 12% (alt 25%), Bundessteuer 10%*
  • Gebäude vor dem 1.1.2007 erstellt: Staatssteuer 24% (alt 30%), Bundessteuer 20%*

* in % der Mietzinseinahmen resp. des Eigenmietwertes

Tipp: Wer eine umfangreiche Sanierung plant, verteilt die Kosten am besten auf mehrere Steuerperioden.

Schulden und Schuldzinsen in Abzug bringen

Neben den Hypothekar-, Baukredit- und Darlehenszinsen können auch die Sollzinsen von Konten und Kreditkarten abgezogen werden. Sollte Ihnen die Steuerverwaltung aufgrund von zu geringen Vorauszahlungen Verzugszinsen in Rechnung gestellt haben, sind auch diese Zinsen steuerlich abzugsfähig.

Vollständigkeit

Keine Nebeneinkünfte vergessen: Denken Sie beim Zusammenstellen Ihres Einkommens an Nebeneinkünfte wie Hauswarts-Entschädigungen, Kommissionen, Sitzungsgelder und andere Honorare. Es ist empfehlenswert, sämtliche Abzüge mit entsprechenden Belegen nachzuweisen, da sie sonst in vielen Fällen nicht gewährt werden.

Beiträge Säule 3a

Einzahlungen in die Säule 3a sind direkt vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Für das Jahr 2016 gelten folgende Maximalbeträge:

  • Mit Pensionskasse: CHF 6‘768
  • Ohne Pensionskasse: CHF 33‘840 (max. 20% vom Nettoeinkommen)

Krankheits- und Behinderungsbedingte Kosten

Selbstgetragene Krankheitskosten können vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Am besten verlangen Sie von der Krankenkasse jeweils eine Kostenzusammenstellung für das vergangene Jahr. Ein kurzer Blick darauf kann sich lohnen: Sind auf der Aufstellung nicht versicherte Kosten aufgeführt, sollten diese mit separaten Belegen nachgewiesen werden. Fehlen die Belege, wird der Abzug von der Steuerverwaltung in der Regel nicht gewährt. Vergessen Sie bei der Deklaration nicht die Aufwendungen für den Zahnarzt, Optiker oder das neue Hörgerät.

Abzugsfähig sind auch diverse Kosten, die infolge eines Aufenthaltes in einem Alters- oder Pflegeheim sowie aufgrund einer Behinderung anfallen. Detaillierte Angaben zu den Abzugsmöglichkeiten finden Sie im Kreisschreiben Nr. 11 der Eidgenössischen Steuerverwaltung bzw. in der Wegleitung zur Steuererklärung.

Steuern sparen mit Spenden an Hilfswerke

Die Schweizer sind bekanntlich spendierfreudig. Im Durchschnitt spenden wir jedes Jahr hunderte Franken an gemeinnützige Institutionen. Falls auch Sie etwas gespendet haben, können Sie den Betrag in der Steuererklärung als Abzug geltend machen. Voraussetzung ist, dass die Spende an eine gemeinnützige,

Banknotes of 100 swiss franc

steuerbefreite Institution erfolgt ist. Auskunft über die Abzugsfähigkeit gibt zum Beispiel die Spendenliste BL. Beim Bund beträgt der Mindestabzug CHF 100, der Abzug darf 20% des Reineinkommens nicht übersteigen und der Höchstbetrag ist je nach Kanton unterschiedlich. Der Kanton Basel-Landschaft kennt weder einen Mindestbetrag noch eine obere Grenze. Beachten Sie die aktuell geltenden Praktiken Ihres Wohnkantons.

Definitiven Entscheid der Steuerbehörde prüfen

TaschenrechnerPrüfen Sie in jedem Fall umgehend nach Erhalt die definitiven Veranlagungsverfügungen. Unabhängig davon, ob Sie in der Steuererklärung einen Abzug vergessen haben, die Steuerverwaltung Ihnen einen Abzug verwehrt hat oder die Veranlagungsverfügung einen Fehler aufweist – sofern kein Revisionsgrund vorliegt, bleibt Ihnen für die Intervention lediglich eine nicht erstreckbare Rechtsmittelfrist von 30 Tagen.

Nützliche Links:

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Mathias Mahrer
Leiter Abteilung Steuern bei BLKB
Mathias Mahrer leitet bei der BLKB die Abteilung Steuern. Er und sein Team beraten Kundinnen und Kunden in Steuerfragen. Hier schreibt er Artikel zu aktuellen Geschehen in der Steuerlandschaft.

6 Kommentare

  1. Avatar

    Danke für den Beitrag zum Thema Steuer. Die Steuerberatung ist meist ein sehr komplexes Thema. Da ich zur Zeit nicht so viel Zeit habe um die Steuererklärung selber zu machen, wende ich mich lieber an einen Steuerberater.

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  2. Avatar

    Hallo, ich glaube ich werde auch einen Profi zu Rate ziehen müssen. Wenn man einen normalen Job hat und zudem noch als Selbstständiger unterwegs ist, wird es wirklich etwas kompliziert.
    Tolle Tipps, cooler Blog. Daumen hoch
    LG
    Stef

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  3. Avatar

    Hallo Mathias, vielen Dank für all diese Ratschläge. Glücklicherweise haben wir das Glück, einen Finanzberater in der Familie zu haben. Er kennt das Steuersystem sehr gut und gibt uns viele Tipps, wie wir Geld sparen können.

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  4. Avatar

    Vielen Dank für den interessanten Artikel über Steuerberatung. Ich finde das Thema sehr spannend und habe im Internet auch schon einige gute Seiten gefunden.

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  5. Avatar

    Ich wusste gar nicht, dass es so wichtig ist den definitiven Entscheid der Steuerbehörde zu überprüfen. Ich bin bei einer Steuerberatungskanzlei in St. Gallen, um am Ende des Jahres immer meine Steuern bestmöglichst zu erklären. Ich werde meinen Berater fragen, ob wir diesen definitiven Bescheid jedes Mal überprüft haben!

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