Immobilienmarkt 2017: Was erwartet uns?

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Vor allem auf politischer Ebene dürfte das Jahr 2017 spannend werden: Wahlen in Frankreich und Deutschland sowie die Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III in der Schweiz, halten uns auf Trab. Politische Entwicklungen in dieser Grössenordnung können über den Wechselkurs und das Zinsniveau auch Implikationen auf den Schweizer Immobilienmarkt haben. Wie sich das Zinsniveau sowie der Miet- und Wohneigentumsmarkt im 2017 voraussichtlich entwickeln wird, erfahren Sie hier.

Politik treibt Volatilität

EUMit dem Entscheid der Briten zum Ausstieg aus der EU sowie den US-Präsidentschaftswahlen, war 2016 auf politischer Bühne einiges los. Doch auch 2017 verspricht nicht minder spannend zu werden. Im Mai stehen die Wahlen in Frankreich an, im Herbst diejenigen in Deutschland. Dabei steht für Europa viel auf dem Spiel. Sollte Marine Le Pen zur Nachfolgerin von François Hollande gewählt werden, dürfte sie dem französischen Volk die Frage zur EU-Mitgliedschaft stellen. Ein Austritt Frankreichs wäre wohl das Ende der EU. Aber auch in der Schweiz kommt es im Februar mit der Unternehmenssteuerreform III zu einer wegweisenden Abstimmung.

Tiefzinsniveau dürfte sich fortsetzen

Die Zentralbanken verfolgten in den letzten Jahren eine ultraexpansive Geldpolitik. Man muss trotz der jüngsten Zinsanstiege noch nicht von einer grundsätzlichen Zinswende im 2017 ausgehen. Nach wie vor wird zu viel gespart und zu wenig investiert. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, müssen die tiefen Realzinsen fortgeführt werden. Der Anlagenotstand wird somit voraussichtlich auch 2017 keine Milderung erfahren. Das Interesse der Investoren an Immobilienanlagen dürfte auch im kommenden Jahr, trotz sinkender Renditeerwartungen, gross sein.

Vom Vermieter- zum Mietermarkt

Auf dem Geschäftsflächenmarkt sind die Mieten seit einiger Zeit rückläufig. Diese Entwicklung können wir nun auch auf dem Wohnungsmarkt beobachten. Das Angebot an Mietwohnungen wurde in letzter Zeit stark ausgedehnt, wobei die Nachfrage stagniert. Die Konsequenz sind weiter steigende Leerstandsquoten. Da der Absatz der zahlreichen neuen Mietwohnungen im neuen Jahr noch stärker ins Stocken geraten dürfte, rechnen wir mit zunehmenden Umwandlungen von Mietwohnungen in Stockwerkeigentum.

Ein ruhiges Jahr für Wohneigentümer

Im Gegensatz zum Mietwohnungsmarkt wird das Jahr für Wohneigentümer eher gemächlich. Die Preissteigerungen für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser dürften schweizweit nur noch leicht positiv ausfallen. Weit entfernt von den starken Preisanstiegen der letzten Jahre. In der Region Nordwestschweiz rechnen wir im Wohneigentumssegment mit einer Preisentwicklung von circa plus 1.2%. In der Westschweiz, wo die Wohneigentumspreise bereits rückläufig sind, erwarten wir eine Verlangsamung der Preisrückgänge. Eine Stabilisierung der Preisdynamik zeichnet sich somit ab.

Zusammenfassung

Die Immobilienrenditen dürften die Anleger im 2017 nach wie vor positiv stimmen. Trotzdem findet auf dem Mietermarkt je länger je mehr ein Verdrängungskampf statt, der die Renditeaussichten eintrübt. Im Hinblick auf die Entwicklung der Raumplanung wird eingezontes Bauland weiter an Wert gewinnen. Ein erfreuliches Jahr gibt es für alle Mieter. Sie dürfen sich über sinkende Mieten sowie eine grössere Auswahl freuen. Nur noch die Schweizer Grosszentren dürften mit einer Wohnungsknappheit konfrontiert sein. Auch die Baubranche zählt 2017 zu den Gewinnern. Sie können erneut einem Jahr mit höheren Umsätzen und vollen Auftragsbüchern entgegenblicken.

Weiterführende Links

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Fabienne Schindler
Verantwortliche Produktmanagement Hypotheken bei BLKB
Fabienne Schindler ist Betriebsökonomin FH und arbeitet als Produktmanagerin bei der BLKB im Bereich Hypotheken und Immobilien. Sie versorgt die Leserinnen und Leser regelmässig mit Beiträgen rund um die Themen „Mieten, Kaufen, Wohnen“.

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