Hausbau: Welche Versicherungen brauche ich?

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Heutzutage lässt sich eigentlich alles versichern. Kürzlich habe ich gelesen, dass man sich sogar gegen die Gefahr von Ausserirdischen gekidnappt zu werden, versichern lassen kann. Viel reeller als die Gefahr von Aliens entführt zu werden, ist das Risiko, dass beim Bau eines Hauses ein Schaden auftritt. Ganz nach dem Motto: «Wo gehobelt wird, fallen Späne». Lesen Sie hier, welche Versicherungen Sie während der Bauphase vor finanziellen Schäden schützen.

Die frisch betonierte Decke im Neubau stürzt ein, ein Sturm bringt ein Gerüst zum Fall und beschädigt die Fassade, ein spielendes Kind verletzt sich auf der Baustelle, Aushubarbeiten verursachen Schäden am Nachbarsgrundstück. Schäden, die auf einer Baustelle entstehen können, sind vielfältig und können je nach Ausmass den Bauherren existenziell bedrohen. Dies vor allem dann, wenn Personen zu Schaden kommen.

Die Feuerversicherung ist obligatorisch

FeuerMit Ausnahme der Kantone Genf, Tessin, Appenzell Innerrhoden und Wallis besteht in allen Schweizer Kantonen ein Gebäudeversicherungsobligatorium. Auch während der Bauzeit. Die sogenannte Bauzeitversicherung deckt Brand- und Elementarschäden am Bauwerk. Im Kanton Baselland ist die Bauzeitversicherung bei der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung abzuschliessen. In den meisten Fällen kümmert sich der Architekt oder Generalunternehmer um die Anmeldung und Einreichung der nötigen Unterlagen.

Bauherren-Haftpflicht: Der Bauherr haftet – auch ohne Verschulden

Die meisten Schäden die beim Bau eines Hauses entstehen, werden nicht persönlich vom Bauherren verursacht. Trotzdem haftet dieser in seiner Rolle als Grund- und Werkeigentümer für Personen- und Sachschäden, die auf der Baustelle entstehen – auch ohne jegliches Verschulden. Dies nennt man Kausalhaftung. Die Bauherren-Haftpflichtversicherung zahlt, wenn Dritte durch die Bauarbeiten zu Schaden kommen. Zum Beispiel wenn herunterfallende Gerüstteile parkierte Autos beschädigen oder gar Personen auf der Baustelle verletzt werden. Die Bauherren-Haftpflichtversicherung übernimmt aber nicht nur gerechtfertigte Forderungen, sondern wehrt für Sie auch unbegründete und ungerechtfertigte Forderungen ab. Sie ist nicht obligatorisch und kann bei fast allen Privatversicherungen in der Schweiz abgeschlossen werden.

Bauwesenversicherung: Die Kaskoversicherung für den Bau

Wer baut ist mit dem Risiko konfrontiert, dass der Bau während der Bauphase beschädigt oder zerstört wird. Schutz gegen die finanziellen Folgen bietet die Bauwesenversicherung. Sie ist eine Sachversicherung für Bauvorhaben, die sich über die Dauer der Bauphase abschliessen lässt. Die Bauwesenversicherung kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Schaden am Bauobjekt entsteht. Zum Beispiel bei Vandalismus, Diebstahl von bereits montierten Bauteilen, Einstürzen von Decken und Mauern und so weiter. Die Bauwesenversicherung zahlt auch dann, wenn der Schadensverursacher nicht bekannt ist. Dies bringt den Vorteil, dass das Bauvorhaben dank der Kostengutsprache durch die Versicherung ohne Verzögerung weitergeführt werden kann.

Fazit

Zugegeben, es ist nicht immer ganz leicht abzuwägen, welche Versicherungen wichtig sind und welche nur zur masslosen Überversicherung beitragen. Da es sich bei einem Bauvorhaben jedoch um eine schützenswerte Investition handelt, lohnt es sich, sich mit den Versicherungslösungen auseinander zu setzen.  Am besten besprechen Sie die Situation mit Ihrem Versicherungsexperten. Aber auch Architekten oder Generalunternehmer sind in den meisten Fällen bemüht, den Bauherren einen bedarfsgerechten Versicherungsumfang beim Hausbau zu empfehlen und Offerten bei Versicherungsgesellschaften einzuholen.

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Fabienne Schindler
Verantwortliche Produktmanagement Hypotheken bei BLKB
Fabienne Schindler ist Betriebsökonomin FH und arbeitet als Produktmanagerin bei der BLKB im Bereich Hypotheken und Immobilien. Sie versorgt die Leserinnen und Leser regelmässig mit Beiträgen rund um die Themen „Mieten, Kaufen, Wohnen“.

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