Frauen leben länger, aber wie sieht es mit der Altersvorsorge aus?

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Frauen haben nicht nur eine längere Lebenserwartung, sie haben oft auch eine schlechtere Altersvorsorge als Männer. Dazu kommt die demographische Entwicklung: Diese hat Auswirkungen auf AHV- und Pensionskassen-Leistungen. Heute vermeintlich gute Leistungen werden bis zum Bezug noch schrumpfen.

Mit 60 können vorhandene Lücken nicht innert kurzer Zeit geschlossen werden.

Mit 60 können vorhandene Lücken nicht innert kurzer Zeit geschlossen werden, darum ist eine frühzeitige Situationsanalyse notwendig. Ein Blick in die Zukunft lohnt sich; 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung. Die finanzielle Situation im Ruhestand oder die Absicht, sich vorzeitig pensionieren zu lassen, verlangt eine Strategie.

5 Gründe für schwächere Rentenleistungen bei Frauen:

  • Aufgrund ihrer Erwerbsbiographie weisen Frauen häufig längere Auszeiten auf (Kinderpause, Teilzeit, Umschulung).
  • Viele Frauen arbeiten in Teilzeitjobs und erhalten dadurch geringere Renten. Um sich einer Pensionskasse anschliessen zu können, ist ein Mindesteinkommen von 21‘150 Franken nötig (Stand 2016).
  • Frauen leben statistisch gesehen länger und haben dadurch auch eine längere Verzehrdauer beim Rentenbezug.
  • Der Ehemann oder Partner ist keine gesicherte Altersvorsorge mehr. Infolge Scheidung oder Zusammenleben im Konkubinat ist die Frau weitgehend auf sich alleine gestellt.
  • Eine neue Studie zeigt: Wer längere Zeit in einem Teilzeitpensum unter 50 Prozent arbeitet, muss im Alter mit dem Existenzminimum auskommen oder ist finanziell vom Partner oder der Partnerin abhängig.

Anja Derungs schreibt es im Mamablog richtig: Für einen Lebensabend ohne grosse Überraschungen lohnt es sich, sich frühzeitig mit den langfristigen Auswirkungen des Beschäftigungsgrads oder weiteren Veränderungen, die zu erwartenden persönlichen Altersvorsorgeleistungen (1. und 2. Säule) auseinanderzusetzen – auch wenn aus heutiger Sicht die aktuelle Arbeitsteilung als richtige Lösung erscheint.

Eine unliebsame Fragestellung wird gerne bei Seite geschoben: Wieviel Rente erhält eine Witwe, wenn der (Ehe)Partner nach der Pensionierung verstirbt. Hier gilt es, die Leistungen der Witwenrente aus AHV und Pensionskasse genauer anzuschauen und allenfalls eine weitere Budgetplanung (z.B. Tragbarkeit einer Immobilie) vorzunehmen.

5 Handlungsmöglichkeiten für Frauen in Teilzeit:

  • Machen Sie eine Standortbestimmung: Wie sieht die aktuelle Situation aus?
  • Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
  • Bestellen Sie bei der AHV einen Auszug ihres individuellen Kontos mit einer Rentenvorausberechnung.
  • Studieren Sie Ihren Leistungsausweis und das Reglement der Pensionskasse (sofern vorhanden).
  • Nutzen Sie die Möglichkeiten einer eigenen Säule 3a.

Überlegen Sie sich nun, ob Sie die Planung und Beantwortung dieser Fragestellungen selbst in die Hand nehmen wollen oder ob Sie sich von einer Fachfrau oder Fachmann beraten lassen wollen. Idealerweise sind das Spezialisten, die eine Ausbildung zum Finanzplaner/in mit eidg. Fachausweis abgeschlossen haben und über eine langjährige Berufserfahrung verfügen.

Von Vorteil ist es, wenn das Netzwerk dieser Spezialisten über Steuerfachleute wie auch Juristen im Nachlassplanungsbereich verfügt. Damit Sie im Alter nicht alt aussehen.

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Martin Voléry
Martin Voléry war Mitglied der Direktion, Leiter Financial Planning bei der BLKB und Referent am Vorsorgeforum.

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