Hypotheken für Rentner: Die Regeln sind dieselben

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Die Hypothek wurde regelmässig amortisiert, die Schuldenbelastung des Hauses ist nicht mehr besonders hoch – dennoch haben viele Rentnerinnen und Rentner Befürchtungen, wenn es um ihre Hypothek geht. Bekomme ich von meiner Bank überhaupt noch Geld für die dringend notwendige Dachreparatur? Wie hoch kann ich meine Liegenschaft überhaupt noch belehnen lassen?

Solche und ähnliche Fragen beschäftigen Liegenschaftsbesitzer im Ruhestand. Doch abgesehen von der Tatsache, dass in der Regel das Belehnungsverhältnis innerhalb der ersten Hypothek liegen soll, werden bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank, unabhängig vom Alter, für die Beurteilung eine Hypothekarantrages dieselben Kriterien für einen Kreditentscheid angewendet:

Der Verkehrswert der Liegenschaft wird mittels standardisierten Schätzverfahrens ermittelt und dient als Grundlage für die Berechnung der maximalen Belehnung.

Dadurch, dass nach dem Erreichen des Pensionsalters die Belehnung nicht mehr als 66 Prozent des Verkehrswertes betragen soll, entfällt die Pflicht zur Amortisation.

Die Tragbarkeit der Hypothek wird folgendermassen berechnet: Um künftigen Zinsschwankungen am Kapitalmarkt zu begegnen, rechnet die BLKB mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent. Für laufende Unterhaltskosten und allfällige kleinere Renovationen fliesst zusätzlich ein Prozent des Liegenschaftswertes als Nebenkosten in die Tragbarkeitsberechnung mit ein. Die Summe aus Jahreszinsen und Nebenkosten darf ein Drittel das Einkommens (AHV, Pensionskassenrente etc.) nicht übersteigen.

Sind diese Kriterien erfüllt, ist die Kreditfähigkeit auch für Personen im dritten Lebensabschnitt gegeben.

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Marco Born
Marco Born ist Leiter Hypotheken-Beratungscenter Binningen bei der BLKB und schreibt über Themen im Bereich Immobilienfinanzierungen.

3 Kommentare

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    Wundrak Dieter am

    Alles hier gut dargestellt. Nur dies darf man vielleicht hinzufügen, dass heute Immobilien wahrscheinlich relativ teuer sind. Also, wenn jemand auch gemäss Tragbarkeit richtig eingstuft ist, so heisst es noch lange nicht, dass bei einer Immobilienkrise es nicht zu einem Problem kommen kann. Meine Devise im Alter, wenn möglich so wenig wie möglich Schulden auf einem Haus. Entspricht nicht der Logik einer Bank, einverstanden, jedoch ich sehe es so und berate auch Leute so. Privat natürlich. Das tat ich auch früher so und bekomme deswegen auch oft Lob. Und dann heisst es auch, kein Wunder, der arbeitete auch einmal bei der BLKB. So wie mit dem Gewinn, nicht der maximale Gewinn ist anzustreben, nein der optimale Gewinn. Meine Gratulation zur Geschäftspolitik.

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    Renter oder nicht, ich empfehle jeden vor der Aufnahme einen Hypotheken Vergleich durchzuführen. Dann bekommen auch Rentner, die Hypothek, mit dem besten Hypothekenzins.

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    Dieser Artikel von Marco Born geht völlig am Problem vorbei. Die Frage ist doch immer: Was passiert, wenn vor der Pensionierung die Tragbarkeit mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 oder 6 Prozent klar gegeben war, nach der Pensionierung aber nicht mehr, weil die Pensions- und AHV-Rente wesentlich niedriger ist als das (frühere) Erwerbseinkommen? Oder: Werden denn für die Refinanzierung von Alt-Hypotheken dieselben Regeln (kalkulatorischer Zinssatz von 6 Prozent) angewendet wie für die erstmalige Finanzierung der Neu-Hypotheken?

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